Rohstoffe neu entdecken

Solarzellen im Wasser

Steigende Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot

Die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen nimmt weltweit deutlich zu – angetrieben durch zentrale technologische Wachstumstrends wie künstliche Intelligenz, erneuerbare Energien, Energiespeicherung und Elektromobilität. Gleichzeitig stößt das Angebot bei vielen Metallen und Mineralien an strukturelle Grenzen. Diese Kombination könnte in den kommenden Jahren zu höheren Preisen führen – mit entsprechenden Auswirkungen auf Produzenten und Märkte.

Kupfer: zentraler Rohstoff der Energiewende

Kupfer steht exemplarisch für diese Entwicklung. Sollte die Kupfernachfrage wie prognostiziert bis 2028 um mehr als 3 Millionen Tonnen steigen, würde dies der heutigen Produktion der fünf größten Kupferminen der Welt entsprechen. Besonders Stromnetze, Elektromobilität und Clean-Tech-Anwendungen treiben den Bedarf massiv an.1

Auf der Angebotsseite zeigen sich jedoch deutliche Einschränkungen. In den vergangenen zehn Jahren verfolgte die Bergbauindustrie eine disziplinierte Kapitalallokation. Investitionen in neue Projekte wurden zurückhaltend getätigt – ein Faktor, der in der Rohstoffanalyse häufig unterschätzt wird. Hinzu kommen Produktionsunterbrechungen: Derzeit sind rund 7 % der weltweiten Kupferproduktion offline.2

Diese strukturelle Angebotsknappheit könnte zu höheren Preisen führen, um neue Investitionen wirtschaftlich attraktiv zu machen.

Weitere strategisch wichtige Metalle

Nicht nur Kupfer dürfte von einer steigenden Nachfrage profitieren. Besonders strategisch wichtige Rohstoffe gewinnen an Bedeutung, darunter:

  • Aluminium,
  • Silber,
  • Seltene Erden,
  • Lithium,
  • und Uran

Diese Materialien sind essenziell für Batterietechnologien, Halbleiter, Verteidigungstechnologien und erneuerbare Energiesysteme. Auffällig ist, dass die Bewertungen vieler Rohstoffunternehmen diese strukturellen Chancen derzeit nicht vollständig widerspiegeln. In vielen Fällen ist es günstiger, bestehende Produktion zu erwerben, als neue Minen zu entwickeln – ein möglicher Treiber für verstärkte Übernahmen und Fusionen im Sektor.

Rohstoffe als Frage der nationalen Sicherheit

Der Zugang zu kritischen Rohstoffen entwickelt sich zunehmend zu einem geopolitischen Thema und wird als Frage der nationalen Sicherheit betrachtet. Besonders die starke Abhängigkeit von China bei der Raffination zahlreicher Rohstoffe sorgt international für Besorgnis. Im Rahmen der Handelsgespräche zwischen den USA und China wurden bereits Exportbeschränkungen für bestimmte seltene Erden verschärft. Dazu zählen Materialien für leistungsstarke NdFeB-Magnete, die in Elektromotoren, Elektronik, Medizintechnik sowie industriellen und militärischen Anwendungen eingesetzt werden.3 Regierungen bemühen sich daher verstärkt um lokale Produktionskapazitäten und schließen strategische Partnerschaften mit Rohstoffunternehmen. Allerdings dürften dauerhaft höhere Preise notwendig sein, um ausreichende Investitionen in neue Förderprojekte zu ermöglichen.

Nachhaltige Produktion als Erfolgsfaktor

Neben geopolitischen Aspekten gewinnt die verantwortungsvolle Produktion von Rohstoffen zunehmend an Bedeutung. Umwelt- und Sozialstandards sind entscheidend, um eine „soziale Betriebslizenz“ zu sichern. Unternehmen, die die Interessen von Anwohnern, Mitarbeitenden, Investoren und Regulierungsbehörden nicht angemessen berücksichtigen, riskieren langfristig Produktionsausfälle und Reputationsschäden.

Gold: Profiteur struktureller Trends

Auch Gold spielt in diesem Umfeld eine besondere Rolle. Die jüngste Preisentwicklung wurde vor allem durch eine zunehmende Skepsis gegenüber Papierwährungen getrieben. Investoren und Zentralbanken nutzen Gold als Absicherung gegen die Abwertung von Fiat-Währungen.

Für die kommenden Jahre wird ein weiter steigender Goldpreis erwartet – allerdings moderater als zuletzt. Strukturelle Treiber bleiben bestehen:

  • Wachsende Staatsverschuldung
  • Anhaltender Finanzierungsbedarf öffentlicher Haushalte
  • Tendenziell niedrigere Realzinsen

Besonders attraktiv erscheinen derzeit Goldminenaktien. Analystenschätzungen reflektieren in vielen Fällen noch nicht das aktuelle Preisniveau. In Kombination mit moderater Kosteninflation könnten Produzenten von steigenden Margen und höheren Cashflows profitieren.4

Fazit

Die Kombination aus strukturellem Nachfragewachstum, geopolitischen Spannungen und begrenztem Angebot schafft ein potenziell attraktives Umfeld für ausgewählte Rohstoffe und Produzenten. Gleichzeitig bleiben Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Produktion zentrale Voraussetzungen für langfristigen Erfolg in diesem Sektor.


Quellen:

1 Morgan Stanley Research, 15.12.2025

2 BlackRock, Unternehmensnachrichten zum Stand vom 15.12.2025

3 NdFeB: Ein Neodym-Eisen-Bor-Magnet ist der stärkste kommerziell verfügbare Typ eines Permanentmagneten.

4 Global Mining Research, 1.12.2025

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