Markt-Update

März 2026

Bunte Mauer

Zentrale Themen im Überblick

  • Der Konflikt im Nahen Osten hat die Volatilität an den Märkten erhöht. Investoren bewerten derzeit, ob ein möglicher Anstieg der energiebedingten Inflation die globalen Wachstumsaussichten beeinträchtigen und sowohl Aktien- als auch Anleihemärkte unter Druck setzen könnte.
  • Nachdem ein Großteil der für 2025 angekündigten Zölle von Präsident Trump durch den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten aufgehoben worden war, wurde ein neuer globaler Basiszoll eingeführt. Gleichzeitig belastete Unsicherheit im Bereich der künstlichen Intelligenz im Februar insbesondere den Softwaresektor.
  • Mit Blick nach vorn erwarten wir, dass die Märkte weiterhin maßgeblich von der Entwicklung im Nahen Osten, dem Fortgang der Zollverhandlungen, wichtigen US-Konjunkturdaten sowie geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken beeinflusst werden.

Eskalation im Nahen Osten

Ende Februar kam es zu einer deutlichen Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten, wobei sich die Lage weiterhin dynamisch entwickelt. Sorgen über mögliche Unterbrechungen der Energieversorgung belasteten die Märkte: Schäden an Infrastruktur sowie Störungen bei Öl- und Gasexporten führten zu steigenden Energiepreisen. Marktteilnehmer befürchten, dass eine weitere Eskalation den globalen Inflationsdruck erhöhen könnte.

Anleger reagierten entsprechend sensibel, da höhere Inflationserwartungen unmittelbare Auswirkungen auf den Zinsausblick haben. Zentralbanken wie die Bank of England (BoE) und die Europäische Zentralbank (EZB) steuern über ihre Zinspolitik die wirtschaftliche Nachfrage, um die Inflation nahe ihren Zielwerten zu halten. Nach den deutlichen Zinserhöhungen im Zuge der Covid-Pandemie hatten sie zuletzt begonnen, die Leitzinsen schrittweise zu senken. Sollte die Inflation jedoch erneut anziehen, könnten Zinssenkungen pausiert oder sogar neue Zinserhöhungen notwendig werden. Höhere Zinsen belasten in der Regel sowohl Aktien als auch Anleihen: Für Unternehmen steigen die Finanzierungskosten, während bestehende Anleihen an Attraktivität verlieren, wenn neue Papiere mit höheren Kupons emittiert werden.

Allerdings ist die aktuelle Inflation vor allem angebotsseitig getrieben und resultiert primär aus höheren Energiepreisen – nicht aus einer übermäßigen Nachfrage. Zinserhöhungen können zwar die Nachfrage dämpfen, sie erhöhen jedoch nicht das Angebot an Öl oder Gas. Vor diesem Hintergrund könnten Zentralbanken geneigt sein, einen vorübergehenden Energiepreisschock geldpolitisch zu „übersehen“, sofern sie ihn als temporär einschätzen. Sollte sich der Konflikt jedoch länger hinziehen und die Energieversorgung spürbar beeinträchtigen, könnte die Inflation über einen längeren Zeitraum erhöht bleiben – mit potenziell anspruchsvolleren Rahmenbedingungen für die Finanzmärkte.

Trump setzt globalen Basiszoll fest; KI-Sorgen belasten Softwaresektor

Im Februar erklärte der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten die auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängten Zölle für rechtswidrig. Betroffen waren unter anderem die weitreichenden „reziproken“ Zölle auf einen Großteil der US-Importe, länderspezifische Maßnahmen sowie Zölle im Zusammenhang mit Fentanyl. Insgesamt betrifft das Urteil rund 71 % der im Jahr 2025 eingeführten Zölle.1

In der Folge wurde ein neuer globaler Basiszollsatz von 10 % festgelegt, mit der Option einer Anhebung auf 15 %. Darüber hinaus werden im weiteren Jahresverlauf zusätzliche länderspezifische Zölle erwartet.

Parallel dazu gerieten US-Softwareaktien im Februar unter Druck. Neue KI-Tools schürten Zweifel an der Nachhaltigkeit traditioneller Software-Geschäftsmodelle. Investoren hinterfragen zunehmend, ob Unternehmen ihre Umsatzbasis verteidigen können, wenn KI-Lösungen leistungsfähiger und breiter verfügbar werden.

Gleichzeitig prüfen Marktteilnehmer, ob die derzeit hohen Investitionen in künstliche Intelligenz langfristig zu nachhaltigen Erträgen führen. Dies erhöht die Anforderungen an die finanzielle Performance jener Technologieunternehmen, die maßgeblich an der Entwicklung und Skalierung von KI beteiligt sind, etwa große Cloud- und Infrastrukturanbieter (Hyperscaler).

Themen, die wir im März im Blick behalten

Der Konflikt im Nahen Osten bleibt vorerst das zentrale Thema an den Märkten. Entscheidend wird sein, wie lange die Auseinandersetzungen andauern, in welchem Ausmaß die Energieversorgung beeinträchtigt wird und welche politische Lösung sich letztlich abzeichnet. Diese Faktoren bestimmen maßgeblich, ob es sich lediglich um einen kurzfristigen Volatilitätsschock handelt oder um eine nachhaltigere Belastung für die Märkte – insbesondere mit Blick auf Energiepreise, Inflation und globales Wachstum.

Darüber hinaus verfolgen wir aufmerksam die weiteren Entwicklungen in den Zollverhandlungen nach dem Auslaufen des IEEPA. Ebenfalls im Fokus stehen wichtige US-Konjunkturdaten sowie geldpolitische Entscheidungen führender Zentralbanken, darunter die Bank of England (BoE), die Europäische Zentralbank (EZB), die US-Notenbank (Fed) und die Bank of Japan.

Auf politischer Ebene könnten die Kommunalwahlen in Frankreich als Stimmungsbarometer für die Präsidentschaftswahlen 2027 dienen. Zudem richten wir unser Augenmerk auf das geplante Gipfeltreffen zwischen Präsident Trump und Präsident Xi zum Monatsende. Veränderungen in den Beziehungen zwischen den USA und China könnten sich rasch auf globale Lieferketten und die allgemeine Risikostimmung an den Finanzmärkten auswirken.

Tabellenüberschrift

Entwicklung der Aktien- und Anleihemärkte, 2021–2026 (seit Jahresbeginn)

202120222023202420252026 seit Jahresbeginn
US-Technologie (MSCI USA Information Technology Index) -8,2 -30,155,036,323,4 -5,9
US-Software (S&P 500 Applications Software Index) -24,8 -37,267,110,27,2 -24,7
US-Aktien (S&P 500 Index)5,4 -18,126,325,017,90,7

Quelle: Bloomberg, Stand: 28. Februar 2026.

Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für aktuelle oder zukünftige Ergebnisse. Die Renditen von Indizes spiegeln keine Verwaltungsgebühren, Transaktionskosten oder Aufwendungen wider. Indizes werden nicht verwaltet, und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren.