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Mai 2026

Frau liegt im Bett und schaut auf ihr Handy

Zentrale Themen im Überblick

  • Der Konflikt im Nahen Osten hat die Ölpreise deutlich steigen lassen und belastet damit die Aussichten für Inflation und globales Wachstum. Zentralbanken agieren vorsichtiger und belassen die Zinsen vorerst unverändert, beobachten die Entwicklung jedoch sehr genau.
  • Trotz des unsicheren Umfelds entwickelte sich der US-Aktienmarkt im April robust – unterstützt durch starke Unternehmensgewinne und anhaltende Anlegerzuflüsse.
  • Wir beobachten weiterhin aufmerksam die laufende Berichtssaison sowie wichtige Konjunkturdaten zu Inflation, Wachstum und Beschäftigung. Zudem bleiben geopolitische Entwicklungen – insbesondere der Konflikt im Nahen Osten sowie das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping – im Fokus der Märkte.

Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für aktuelle oder zukünftige Ergebnisse und sollte nicht die alleinige Grundlage einer Anlageentscheidung sein.


Inflation sorgt weiterhin für vorsichtige Zentralbanken

Zwischen Ende Februar und Ende April stiegen die Ölpreise (Brent Crude) um rund 56 %1. Ursache hierfür waren erhebliche Störungen in der Straße von Hormus, wodurch der globale Ölfluss stark beeinträchtigt wurde. Höhere Energiepreise verteuern den Transport von Waren sowie die Geschäftstätigkeit von Unternehmen. Dies kann schrittweise zu breiteren Preissteigerungen in der Wirtschaft führen und damit den Inflationsdruck erhöhen. Vor diesem Hintergrund hielten wichtige Zentralbanken wie die US-Notenbank (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England (BoE) ihre Leitzinsen auf den April-Sitzungen unverändert. Gleichzeitig signalisierten sie jedoch Bereitschaft zu handeln, falls der Inflationsdruck anhalten sollte. Weitere Zinserhöhungen könnten das Wirtschaftswachstum belasten und die Aussichten für Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen beeinträchtigen.

US-Aktien profitieren von starken Gewinnen und KI-Dynamik

Trotz des unsicheren makroökonomischen Umfelds zeigen sich US-Aktien weiterhin bemerkenswert robust. Seit der Bekanntgabe des Waffenstillstands im April hat sich die Anlegerstimmung deutlich verbessert.2 Gleichzeitig verzeichneten börsengehandelte Produkte (ETPs) auf den US-Aktienmarkt im April die höchsten Mittelzuflüsse seit Mitte 2025.3 Der wichtigste Treiber hierfür sind die Unternehmensgewinne, die langfristig maßgeblich die Entwicklung von Aktienkursen beeinflussen.

Die aktuelle Berichtssaison verlief besonders stark:
• Rund 83 % der Unternehmen im S&P 500 übertrafen die Analystenschätzungen.
• Die Gewinne lagen durchschnittlich 11 %4 über den Erwartungen.
• Analysten heben derzeit ihre Gewinnprognosen für 2025 und 2026 an – im Gegensatz zu früheren Jahren, in denen die Erwartungen im ersten Quartal häufig gesenkt wurden.

Die Märkte reagierten entsprechend positiv:
• Der S&P 500 stieg im April um 10 % – der stärkste Monatsanstieg seit November 2020.5
• Gleichzeitig flossen 121,2 Mrd. USD in US-Aktien.6
• Besonders gefragt waren große Technologieunternehmen, die bei Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) führend sind.

Zusammengefasst sorgen starke Unternehmensgewinne und die Dynamik rund um KI weiterhin für Unterstützung am US-Aktienmarkt. Europäische Aktien entwickelten sich dagegen schwächer, da Europa stärker von den Auswirkungen steigender Energiepreise betroffen ist.

Themen, die wir im Mai im Blick behalten

  1. Geopolitische Entwicklungen
    Die weitere Entwicklung im Nahen Osten bleibt ein zentraler Risikofaktor. Besonders wichtige Konjunkturdaten wie Inflation und Beschäftigung werden Hinweise auf die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts liefern. Darüber hinaus verfolgen wir aufmerksam die Entwicklungen rund um das Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping.
  2. Berichtssaison und KI-Sektor
    Auch die kommende Phase der Berichtssaison wird von großer Bedeutung sein – insbesondere, da einige wichtige Unternehmen aus dem KI-Sektor ihre Zahlen noch veröffentlichen werden. Diese Ergebnisse dürften wichtige Hinweise auf das Marktumfeld und die zukünftigen Gewinnaussichten der Unternehmen liefern.
Tabellenüberschrift

Marktentwicklung 2021–2026 (seit Jahresbeginn)

202120222023202420252026 seit Jahresbeginn
Oil (ICE Brent Crude)50,15 %10,45 % -10,32 % -3,12 % -18,48 %76,40 %
US-Aktien (S&P 500 Index)28,17 % -18,11 %26,29 %25,02 %17,888,73 %
Europäische Aktien (Euro STOXX 50 Index)23,34 % -9,49 %22,23 %11,01 %21,202,22 %

Quelle: Bloomberg, Stand: 30. April 2026.

Die angegebenen Zahlen beziehen sich auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für aktuelle oder zukünftige Ergebnisse. Die Renditen von Indizes spiegeln keine Verwaltungsgebühren, Transaktionskosten oder Aufwendungen wider. Indizes werden nicht verwaltet, und es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren.

Quellen
1, 4, 5: Bloomberg, Stand 30. April 2026.
2: BlackRock, Stand 24. April 2026.
3, 6: BlackRock und Markit, Stand 30. April 2026.