14. APRIL 2026

Nahostkonflikt: Märkte im Spannungsfeld von Entspannung und Eskalation

Aktueller Blick auf die Märkte

Die Finanzmärkte bleiben geprägt von der Unsicherheit rund um den Nahostkonflikt. Nach weitgehend ergebnislosen Friedensgesprächen am Wochenende und der angekündigten US-Blockade der Straße von Hormus starteten die Aktienmärkte am Montag mit Verlusten in den Handel. Damit verpuffte vorerst die spürbare Entspannung im Zuge der Mitte letzter Woche verkündeten, zeitlich begrenzten Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran (Quelle: LSEG, 13.04.2026).

Märkte im Spannungsfeld von Entspannung und Eskalation in Nahost

Für eine belastbar konstruktivere Einschätzung bleiben aus unserer Sicht zwei Signale entscheidend:

  • Konkrete Schritte hin zu einer Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus
  • Hinweise darauf, dass die gesamtwirtschaftlichen Folgewirkungen begrenzt bleiben

In beiden Punkten lassen sich inzwischen Fortschritte erkennen. Die zweiwöchige Waffenruhe hatte einen wichtigen Schritt in Richtung einer möglichen Wiederöffnung der Straße von Hormus dargestellt. Zusätzliche Deeskalationsanreize ergeben sich aus dem für Mai geplanten Treffen zwischen US‑Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping. Gleichwohl entwickelt sich die Lage weiterhin in Echtzeit, und die Risiken bleiben erhöht.

Unsere Schätzungen deuten darauf hin, dass die bislang aufgelaufenen Lieferkettenstörungen spürbar sind, insgesamt jedoch nach aktuellem Kenntnisstand noch überschaubar bleiben. Das globale Wirtschaftswachstum dürfte dadurch um rund 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte gedämpft werden. Besonders betroffen ist Europa mit einem geschätzten Rückgang von etwa 0,5 Prozentpunkten, gefolgt von der Asien‑Pazifik‑Region mit rund 0,3 Prozentpunkten. Für die USA rechnen wir hingegen lediglich mit einem moderaten Wachstumsdämpfer von etwa 0,1 Prozentpunkten.

Derweil hat sich der Anstieg der Energiepreise bislang noch nicht deutlich in der US‑Kerninflation für März niedergeschlagen (Quelle: LSEG, 10.04.2026). Dennoch bleibt das Inflationsniveau insgesamt zu hoch, um das 2‑Prozent‑Ziel der US‑Notenbank Fed in absehbarer Zeit zu erreichen. Entsprechend bleiben Erwartungen an kurzfristige Fed-Zinssenkungen gedämpft.

Unternehmensgewinne als stabilisierender Faktor

Trotz des geopolitisch angespannten Umfelds wurden die Gewinnerwartungen für Unternehmen in den USA und den Schwellenländern zuletzt weiter nach oben revidiert – auch mit Blick auf das Jahr 2026. Ein zentraler Treiber bleibt dabei die zunehmende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz (KI).

In den Schwellenländern leisten insbesondere Unternehmen aus Südkorea und Taiwan, die als zentrale Anbieter von KI‑Hardware eine Schlüsselrolle spielen, einen wesentlichen Beitrag zu den positiven Gewinnrevisionen. In den USA wird für Halbleiterunternehmen für dieses Jahr ein Gewinnanstieg von rund 80% erwartet, wovon auch der Technologiesektor insgesamt profitiert.

Gleichzeitig hat sich die Bewertungsprämie von Technologieaktien spürbar verringert. Das Kurs‑Gewinn‑Verhältnis des US‑IT‑Sektors liegt im relativen Vergleich zu anderen Sektoren auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte 2020, während für 2026 ein Gewinnwachstum von rund 43% erwartet wird – nach etwa 26% im Vorjahr.

Strukturelle Themen bleiben zentral

Unabhängig vom konkreten Ausgang des Nahostkonflikts bleiben strukturelle Kräfte prägend für den Ausblick:

Geopolitische Fragmentierung stärkt die Verteidigungs‑ und Luftfahrtindustrie. Regierungen beschleunigen Investitionen in Energieunabhängigkeit. Unternehmen investieren verstärkt in resilientere Lieferketten. Zusammen mit der KI‑Transformation steigt der Bedarf an Infrastruktur und Energieversorgung. Diese Themen sehen wir weiterhin als robuste, langfristige Ertragsquellen.

In dieser Woche rücken in den USA die Produzentenpreise in den Fokus. Sie liefern wichtige Hinweise darauf, ob energiegetriebene Kosten weiterhin Inflationsdruck erzeugen. Zwar zeigten die jüngsten Daten einen deutlichen Anstieg der Energiepreise, bislang blieben die Effekte auf die Kerninflation jedoch begrenzt. In China erwarten wir Signale für ein moderates, aber stetiges Wachstum. Dieses dürfte zunehmend von der externen Nachfrage getragen werden.

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