Begriffe rund um Alternative Anlagen: Schlüsselkonzepte

Investmentglossar

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A

Alpha – Mass für die Überrendite eines Portfolios gegenüber der Benchmark oder der Rendite, die gemäss einem finanziellen Modell zu erwarten ist. Je grösser das Alpha ist, desto höher ist die Outperformance.

Ausfallrisiko – Risiko des Verlusts von Kapital und Erträgen, weil ein Kreditnehmer einen Kredit nicht zurückzahlt oder in anderer Weise eine vertragliche Verpflichtung nicht erfüllt.

B

Backwardation – Siehe Rollrendite.

Beta – Mass für das (marktbezogene) systematische Risiko eines Portfolios im Vergleich zum Gesamtmarkt. Je niedriger das Beta ist, desto niedriger ist das Marktrisiko (Volatilität).

Buyout – Eine Transaktion, bei der ein Unternehmen oder eine Unternehmensbeteiligung gekauft wird. Beim Verkäufer kann es sich um die Muttergesellschaft, einen Aktionär oder einen Private-Equity-Investor handeln. Die meisten Unternehmensübernahmen werden zu einem grossen Teil mit Fremdkapital finanziert (fremdfinanzierte Übernahme bzw. Leveraged Buyout, LBO). Wenn das Management des Unternehmens an der Unternehmensübernahme beteiligt ist, spricht man von einem Management-Buy-out (MBO).

C

 Contango – Siehe Rollrendite..

D

Dachfonds – Ein Fonds, der in andere Investmentfonds und möglicherweise in private Direktanlagen investiert. Ein Vorteil dieses Ansatzes ist, dass die Anleger ein breites Engagement in unterschiedlichen Strategien und Managern bei einer geringeren Anfangsinvestition (verglichen mit einer Investition in jede einzelne Strategie) erhalten. Die Anlagen werden zudem von einem professionellen Manager ausgewählt und überwacht. Er entscheidet, wann gekauft, verkauft oder umgeschichtet wird. Für dieses professionelle Management fallen bei Dachfonds in der Regel zusätzliche Gebühren an.

Derivate – Verträge, deren Wert von zugrunde liegenden Wertpapieren oder physischen Vermögenswerten abhängt. Derivate werden in der Regel zur Steigerung der operativen Effizienz oder zur Kontrolle der Transaktionskosten eingesetzt.

F

Futures/Terminkontrakte – Bei einem Future handelt es sich um einen standardisierten Kontrakt zwischen zwei Gegenparteien, in dem sich der Käufer verpflichtet, einen Basiswert (z. B. ein Finanzinstrument oder physische Rohstoffe) zu einem bestimmten in der Zukunft liegenden Zeitpunkt zu einem festgelegten Preis zu kaufen.

H

Hedgefonds – Hedgefonds sind Investmentvermögen, die über eine grosse Flexibilität verfügen und eine breite Palette von Finanzinstrumenten einsetzen können. Ein gemeinsames Merkmal ist, dass sie versuchen, von Marktineffizienzen zu profitieren und somit nicht auf ein positives Wirtschaftswachstum angewiesen sind, um die Rendite zu steigern. Es handelt sich um eine sehr heterogene Gruppe, und die Anlagestrategien, die von den einzelnen Hedgefonds verfolgt werden, sind sehr unterschiedlich.

I

Idiosynkratisches Risiko – Risiko, das sich aus dem Handel mit einem bestimmten Wertpapier und nicht aus der Entwicklung des Gesamtmarktes oder anderen makroökonomischen Faktoren ergibt.

Information Ratio – Kennzahl, welche die Mehrrendite eines Portfolios gegenüber der Benchmark ins Verhältnis zur Volatilität dieser Renditeabweichungen setzt. Die Information Ratio misst die Fähigkeit eines Portfolio-Managers, eine Überrendite zu erzielen und gibt zudem Aufschluss über die Stabilität der Ergebnisse des Managers. Sie gibt an, ob ein Manager die Benchmark in einigen Monaten stark oder in jedem Monat ein wenig übertroffen hat. Je höher die Information Ratio ist, desto besser ist die risikobereinigte Rendite (gleichmässigere Outperformance).

 

Informationseffizienz – Wie schnell relevante Informationen im Kurs eines Wertpapiers berücksichtigt werden. Ein Beispiel für eine relevante Information ist die Anhebung der Gewinnprognose für ein Unternehmen durch einen Analysten. In effizienten Märkten wird diese Information schnell im Kurs des Wertpapiers berücksichtigt. In ineffizienten Märkten (z. B. in einigen Schwellenländern) werden relevante Informationen in der Regel nicht so rasch eingepreist.

Infrastruktur – Wirtschaftliche Infrastrukturprojekte (Strassen, Brücken und Versorgungseinrichtungen) und soziale Infrastruktur (Schulen, Krankenhäuser). Infrastrukturunternehmen haben oft eine Monopolstellung bei der Erbringung bestimmter Dienstleistungen oder dem Betrieb von Einrichtungen.

K

Korrelation – Mass für die Stärke des linearen Zusammenhangs zwischen der Rendite von zwei Anlagen, wobei die Korrelation einen Wert zwischen +1 und -1 aufweisen kann. Man kann eine grössere Portfoliodiversifikation erreichen, indem man Anlagen kombiniert, die eine geringe Korrelation zueinander haben. Eine Korrelation von +1 bedeutet, dass sich die Anlagen bei einer Änderung der Marktrichtung in die gleiche Richtung bewegten. Eine Korrelation von –1 bedeutet, dass sich die Anlagen bei einer Änderung der Marktrichtung in die entgegengesetzte Richtung bewegten.

L

Leverage – Einsatz von Finanzinstrumenten oder Fremdkapital, um eine höhere Rendite zu erzielen (Hebelwirkung). In einem steigenden oder fallenden Markt werden bei einem gehebelten Investment grössere Gewinne erzielt, wenn auf die richtige Richtung gesetzt wurde, bzw. höhere Verluste, wenn auf die falsche Richtung gesetzt wurde.

Liquidität – Die Liquidität gibt an, wie schnell Anleger auf ihr investiertes Kapital zugreifen können. Bei der Investition in alternativen Anlagen werden die Liquiditätsbedingungen bestimmter Fonds an die Liquiditätsprofile der zugrunde liegenden Anlagen angepasst.

Alternative Investmentfonds, die in hochliquide Wertpapiere (z. B. Aktien, Anleihen) investieren, werden beispielsweise täglich bewertet. Die Anleger erhalten ihr Kapital innerhalb weniger Tage zurück, wenn sie ihre Anteile zurückgeben. Da traditionelle alternative Fonds – beispielsweise Hedgefonds – häufig in komplexere und weniger liquide Anlagen investieren, bieten sie für gewöhnlich eine geringere Liquidität. In der Regel müssen Anleger den Fonds vorab informieren, wenn sie Kapital abziehen wollen. Die Rückzahlung erfolgt dann zu einem vorab festgelegten späteren Zeitpunkt. Bei anderen langfristigen Anlagen wie ausserbörslichen Unternehmensbeteiligungen (Private Equity) kommen die Anleger erst nach einem längeren Zeitraum (z. B. 5 bis 10 Jahre oder länger) an ihr Geld. Im Allgemeinen wird erwartet, dass weniger liquide Anlagen als Ausgleich eine höhere Rendite bieten. In diesem Zusammenhang wird oft von der «Illiquiditätsprämie» gesprochen.

Long/Short – Anlagestrategie, bei der unter Einsatz von Fremdkapital Wertpapiere gekauft werden, deren Wert voraussichtlich steigen wird (Long-Position) und geliehene Wertpapiere verkauft werden, deren Wert voraussichtlich sinken wird («Leerverkauf» oder Short-Position). Ziel des Leerverkaufs ist es, die gleichen Wertpapiere zu einem späteren Zeitpunkt zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen und dabei von der Kursdifferenz zu profitieren. Während Long-Only-Anlagen Gewinne bei einem positiven Ausblick auf ein Wertpapier ermöglichen, können Manager bei Long/Short-Anlagen auch von einem negativen Ausblick profitieren.

M

Marktneutral – Anlagestrategie, die darauf abzielt, das gesamte oder einen grossen Teil des Marktrisikos abzusichern, indem Long- und Short-Positionen eingegangen werden, die sich gegenseitig ausgleichen, sodass ein extrem geringes oder kein Marktrisiko besteht.

N

Netto-Marktengagement – Hinweis darauf, wie stark ein Long/Short-Fonds auf die Richtung und Volatilität der Märkte reagiert. Ein geringeres Nettoengagement bedeutet in der Regel, dass sich die Entwicklung des Gesamtmarkts weniger stark auswirkt.

LONG-POSITIONEN IN % - SHORT-POSITIONEN IN % = NETTO-MARKTENGAGEMENT IN %

O

Option Adjusted Spread (OAS) – Kennzahl zur Bewertung von Preisunterschieden zwischen Anleihen mit eingebetteten Optionen. Je höher der OAS ist, desto riskanter ist in der Regel die Anleihe.

P

Private Equity – Beteiligungen an Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden. Aus Anlageperspektive bezieht sich Private Equity im Allgemeinen auf Eigenkapitalfinanzierungen (Kapitalpools von Fonds oder privaten Investoren), die bestimmte Veränderungen in einem privaten Unternehmen bewirken sollen, zum Beispiel Unterstützung beim Ausbau des Unternehmens, operative Änderungen, Rückzug des Unternehmens von der Börse oder Finanzierung einer Übernahme.

Q

Qualifizierter Käufer – Qualifizierte Käufer sind allgemein Privatanleger mit einem investierbaren Vermögen von mindestens USD 5 Mio. bzw. Unternehmen mit einem investierbaren Vermögen von mindestens USD 25 Mio., wobei möglicherweise weitere Kriterien erfüllt werden müssen.

R

Real Estate Investment Trust (REIT) – Eine Kapitalgesellschaft, die Anteile an Kapitalanleger verkauft und in ertragbringende Immobilien investiert.

Risikobudgetierung – Ansatz beim Portfolioaufbau, der sich auf die Analyse der Hauptrisikoquellen konzentriert. Bei diesem Ansatz werden die erwartete Volatilität und Korrelation zwischen zugrunde liegenden Vermögenswerten und Wertpapieren prognostiziert, um die Gesamtvolatilität des Portfolios zu ermitteln. Bei der Nutzung von Risikobudgets werden die Anlagen im Portfolio im Einklang mit ihrem angestrebten Risikoniveau aufgeteilt.

Risikokapital – Finanzierung von Start-up-Unternehmen, die über begrenzten Zugang zu den Kapitalmärkten, aber hohes Wachstumspotenzial verfügen, durch Investoren. Risikokapitalinvestitionen sind in der Regel mit hohen Risiken verbunden, bieten dafür aber auch ein überdurchschnittliches Renditepotenzial.

Rohstoffe – Bei Rohstoffen handelt es sich um physische Güter und nicht um finanzielle Vermögenswerte. Rohstoffe werden jeden Tag direkt oder indirekt von Verbrauchern konsumiert. Darunter fallen Industrie- und Edelmetalle, Öl und Erdgas sowie Agrarprodukte. Referenz: Leitfaden für die Investition in Rohstofffonds

Rollrendite – Einen Terminkontrakt zu «rollen», bedeutet eine Position in einem auslaufenden Terminkontrakt zu schliessen und eine Position gleicher Grösse in einem Kontrakt auf den gleichen Rohstoff mit späterer Fälligkeit einzugehen.

Wenn die Terminkurve nach oben gerichtet ist, der Markt also von einem Anstieg des Kontraktpreises ausgeht (Contango), führt dies zu einer negativen Rollrendite (Verlust).

Wenn die Terminkurve nach unten gerichtet ist, der Markt also von einem Rückgang des Kontraktpreises ausgeht (Backwardation), führt dies zu einer positiven Rollrendite (Gewinn).

S

Sachwerte – Physische Vermögenswerte, die über einen inneren Wert verfügen wie Rohstoffe, REITs, inflationsgebundene Anleihen, private Immobilien und Infrastruktur.

Sharpe Ratio – Mass für die Überrendite gegenüber dem risikofreien Zinssatz pro Einheit des übernommenen Risikos (gemessen als Standardabweichung). Die Sharpe Ratio gibt an, ob die Portfoliorenditen auf intelligentes Investieren oder übermässiges Risiko zurückzuführen sind. Mit anderen Worten, je höher die Sharpe Ratio ist, desto besser ist die risikobereinigte Rendite. Sie wird wie folgt berechnet:

S = (Rendite des Portfolios - Rendite der risikofreien Anlage) / Standardabweichung des Portfolios

Standardabweichung – Mass für die Volatilität bzw. das Risiko eines Portfolios. Die Standardabweichung gibt an, wie stark die Rendite eines Portfolios über einen bestimmten Zeitraum um ihren Mittelwert schwankt. Eine geringere Standardabweichung bedeutet eine geringere Renditevarianz und damit ein geringeres Risiko.

T

Transparenz – Transparenz bezieht sich auf den Zugang zu Portfolioberichten und den Offenlegungsgrad der Informationen wie Bestände und Risikokennzahlen (d. h. nicht nur die Wertentwicklung des Portfolios). Für bestimmte Arten von Fonds wie alternative Investmentfondsgibt es besondere Vorgaben für Transparenz und Berichterstattung. Bei anderen Arten von Fonds ist die Transparenz freiwillig und liegt im Ermessen des Fondsmanagers.

V

Volatilität – Schwankungen in der Wertentwicklung einer Anlage, üblicherweise gemessen als Standardabweichung von einem Mittelwert oder einer Benchmark. Je höher die Volatilität ist, desto riskanter ist die Anlage, da grosse Schwankungen in der Wertentwicklung es schwieriger machen, das Ergebnis einer Anlage langfristig vorherzusagen.

Z

Zinsrisiko – Die Sensitivität einer Anleihe oder eines Anleihefonds gegenüber Zinsänderungen, gemessen an der Duration. Bei einem Zinsanstieg würde ein höheres Zinsrisiko (längere Duration) einen Kursrückgang bedeuten.

Zugelassener Anleger – Allgemeine Definition, wobei zusätzliche Kriterien gelten können. «Zugelassene Anleger» sind Privatkunden mit einem Nettovermögen von mindestens USD 1 Mio. oder einem Jahreseinkommen von mindestens USD 200.000 (gemeinsames Einkommen von mindestens USD 300.000 bei Ehepaaren) oder institutionelle Anleger mit einem Nettovermögen von mindestens USD 5 Mio.