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Daumen hoch zum Jahresende

BlackRock |17-Dez-2019

Die Woche zum 2. Advent liess den DAX noch einmal um 0,9% zulegen, zum Wochenausklang auf nunmehr knapp 26% seit Jahresanfang. Auch an anderen bedeutenden Aktienmärkten, von Amerika über Europa bis nach Asien, stehen die Barometer deutlich zweistellig im Plus. Zwar gibt es Ausnahmen, wie den seit sechs Monaten von Protesten gebeutelten Hang Seng-Index in Hongkong mit „nur“ 7% Plus seit Januar, aber insgesamt geht das Jahr 2019 – sofern auf den letzten Metern nicht noch etwas sehr Ungewöhnliches passiert – als ausserordentlich erfolgreiches Aktienjahr in die Geschichtsbücher ein.

Bemerkenswert ist dabei, dass auch der Anleihenmarkt ein starkes Jahr erlebte. Um enorme 856 Ticks stand Ende letzter Woche der Bund Future seit Jahresbeginn im Plus und erinnert uns daran, dass es die Zentralbanken waren, die 2019 in gemischten Portfolios für hervorragende Ergebnisse gesorgt haben. In der Tat war es vor allem die von Fed und EZB bereits im Januar vollzogene geldpolitische Wende, welche das Finanzmarktjahr 2019 so markant vom Vorjahr unterschied. Trotz über den grössten Teil des Jahres vorherrschenden Rezessionsängsten (die sich erst im 4. Quartal auflösten) und teils besorgniserregender Nachrichten aus dem Bereich der Geopolitik blieben Investoren im „risk-on“-Modus – den Zentralbanken sei Dank.

Jetzt, zum Ende des Jahres, kommt Erleichterung bezüglich des beschlossenen (wenn auch noch nicht unterzeichneten) Phase 1-Handelsabkommens zwischen den USA und China dazu. Zwar dürfte die gute Nachricht angesichts des immer wieder angekündigten Durchbruchs weitestgehend eingepreist gewesen sein, aber gut für die Marktstimmung ist die nun wohl wirklich erfolgte Einigung allemal. China verpflichtet sich, bedeutend mehr US-Güter zu importieren (das Abkommen spricht von 200 Mrd. USD mehr als 2017 über einen Zeitraum von zwei Jahren), um den Handelsüberschuss zu reduzieren. Im Gegenzug verzichtet die Trump-Regierung auf die geplante Einführung von Zöllen auf die verbleibenden China-Importe in Höhe von rund 160 Mrd. USA, die sonst zum 15. Dezember in Kraft getreten wären, und senkt Importabgaben für weitere 120 Mrd. USD auf 7,5%. Allerdings bleiben Zölle in empfindlicher Höhe (25%) auf Importe in Höhe von 250 Mrd. USD bestehen, ein chinesisches Zugeständnis hart an der Grenze des Gesichtsverlusts für Xi Jinping und ein enormer PR-Erfolg für Donald Trump. Lezterer wird nun wie geplant durch den 2020 Wahlkampf tingeln können und sich als grösster Dealmaker aller Zeiten feiern lassen.

Auch das Wahlergebnis im Vereinigten Königreich wird vom Markt positiv aufgenommen, abzulesen etwa an der Performance des Pfund gegenüber dem Euro. Damit zeigt sich einmal mehr der Pragmatismus der Marktteilnehmer, denn ob es wirklich zu begrüssen ist, wenn ein skrupelloser Populist für seine zynischen Lügen gegenüber Wahlvolk und Königin mit dem Wiedereinzug in No. 10 Downing Street belohnt wird statt als Landesverräter im Kerker zu landen, bleibt einmal dahingestellt. Fakt ist, dass dieser Premierminister sich als wendig genug herausgestellt hat, um den Briten sehr lange erhalten zu bleiben. Fakt ist wohl auch, dass der Jubel der Märkte über das vermeintliche Ende der Brexit-Agonie verfrüht sein könnte. Wird nun bis Ende 2020 kein Freihandelsabkommen mit der EU vereinbart (was sehr gut möglich ist) oder beantragt Johnson nicht bis Anfang Juli eine Verlängerung der Übergangsfrist (was er bis dato ablehnt), droht immer noch das Gespenst des harten Brexit. Mit seinem Erdrutschsieg bei der Unterhauswahl in der Tasche meint Johnson jedenfalls, notfalls auch dafür ein Mandat zu haben. Uneingeschränkt gute Aussichten sind das nicht.

Was bedeutet das für Anleger?

Die Zentralbanken, 2018 mit ihrer restriktiveren Ausrichtung ursächlich für die Angst vor höheren Zinsen und damit ein schlechtes Aktienjahr, 2019 dagegen mit der Rückkehr des „Central Bank Put“ Hauptgrund für das Kursfeuerwerk, bilden mit Blick auf 2020 die Basis für einen konstruktiven Ausblick. Weder Fed noch EZB dürften die Zinsen anheben, insofern steht die wichtigste Ampel auf grün. Zwar dürften Wachstumszweifel fortbestehen und auch die Geopolitik im Jahresverlauf immer wieder für Unruhe sorgen, unterm Strich bleiben aber die Zentralbanken als Absicherung. Die Aktienpreise dürften sich allerdings eher entlang des Gewinnwachstums entwickeln, also wesentlich moderater zulegen als in diesem Jahr. Und auch wenn bei Anleihen dank der Zentralbanken kein Kurssturz droht, erscheint angesichts der bereits erreichten Zinsniveaus der Raum für zusätzliche Kursgewinne limitiert. Insofern wäre ein weiteres deutlich positives Anleihejahr eine dicke Überraschung. Geben wir uns also damit zufrieden, dass unterm Strich auch das Jahr 2020 ein positives zu werden verspricht, wenn auch weniger spektakulär als 2019.

Dies ist der letzte Marktausblick in diesem Jahr, am 7. Januar begrüsst Sie an dieser Stelle Felix Hermann. Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2020.

Dieses Material soll nicht als Prognose, Research oder Anlageberatung herangezogen werden und stellt keine Empfehlung, Angebot oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzprodukten oder zur Annahme einer Anlagestrategie dar. Die geäusserten Meinungen beziehen sich auf den 17. Dezember 2019 und können sich ändern, wenn die nachfolgenden Bedingungen variieren.

 

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