Ein joggender Mann in einer gelben Jacke.
GLOBALER AUSBLICK JAHRESMITTE 2021

Wie geht es nach dem Neustart weiter?

Der kräftige wirtschaftliche Neustart ist inzwischen deutlich spürbar, entsprechend groß ist unsere Risikobereitschaft. Wie geht es aber weiter? Jedenfalls dürfte es anders sein als nach der Krise von 2008, und es kommt darauf an, wie sich ein höheres Inflationsumfeld auswirken wird.

Anlagethemen

01

Die neue nominale Zinswelt

Der kräftige wirtschaftliche Neustart weitet sich aus, und Europa sowie andere führende Volkswirtschaften holen zu den USA auf. Wir erwarten mittelfristig eine höhere Inflation - mit einer verhalteneren geldpolitischen Reaktion als in der Vergangenheit.

02

China im Rampenlicht

Das Wachstum in China fängt an, sich zu verlangsamen, bei gleichzeitig straffer Geldpolitik. Große Unternehmen werden voraussichtlich weiterhin im Fokus der Regulierer sein. Wir sehen dies als wichtige Aspekte von Chinas Bemühungen, die Qualität des Wachstums zu verbessern.

03

Der Weg zur Klimaneutralität

Es gibt keinen Fahrplan für den Weg zur Klimaneutralität. Wir glauben, dass die Märkte die bevorstehenden Veränderungen unterschätzen. Es ist unwahrscheinlich, dass der Weg dorthin glatt verläuft - und wir sehen dies als Chance.

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Die Welt am Scheidepunkt

Der fulminante Neustart nach dem Schock durch die Pandemie ist deutlich spürbar. Der wirtschaftliche Wiederaufschwung weitet sich aus, entsprechend groß ist unsere Risikobereitschaft. Die große Frage lautet allerdings: Wie geht es weiter? Wir befinden uns an einem ebenso entscheidenden Wendepunkt wie nach der Verlagerung zum neoliberalen Konsens in den 1980er Jahren. Wir glauben, dass das Drehbuch ganz anders sein wird als nach der globalen Finanzkrise, da die historisch einzigartigen gemeinsamen geldpolitischen und fiskalischen Unterstützungsmaßnahmen zur Bewältigung der Pandemie die Inflation in die Höhe treiben dürften. Dementsprechend erwarten wir keine erneute jahrzehntelange Hausse an den Aktien- und Anleihemärkten. 

Ein Neustart hat nichts mit einem herkömmlichen zyklischen Aufschwung zu tun, denn die Zündung funktioniert nur einmal. Die Konjunkturpakete und die lockere Geldpolitik haben über die Pandemie hinweggeholfen. Die Stimulierungsmaßnahmen in den USA waren schätzungsweise viermal höher als bei der globalen Finanzkrise, der Schock für die Wirtschaft dagegen ein Viertel geringer. Auf makroökonomischer Ebene dürfte das zu einem breiten Spektrum an Ergebnissen führen.

Höhere Inflationsraten

Die Währungshüter nehmen nach ihrem geldpolitischen Kurswechsel nun bewusst eine Überschreitung der Inflationsziele in Kauf, um das vorherige Unterschreiten auszugleichen. Siehe Grafik unten. Der schattierte Bereich zeigt, wie hoch die Fed die Inflation voraussichtlich steigen lassen muss, um frühere Unterschreitungen auszugleichen. Das ist eine klare Abkehr vom neoliberalen Konsens Anfang der 1980er Jahre, mit dem der Preisauftrieb eingedämmt und eine vier Jahrzehnte währende Phase sinkender Inflation und Zinsen eingeläutet wurde. Die Märkte glauben dem Narrativ allerdings noch nicht und preisen eine schnellere Leitzinserhöhung ein, als der neue geldpolitische Rahmen und die Prognosen der US-Notenbank implizieren. Diese Unstimmigkeit und die daraus resultierende Unsicherheit könnten die Volatilität kurzfristig anfachen.

Wir erwarten mittelfristig ein höheres Inflationsniveau - als Ergebnis einer gedämpfteren geldpolitischen Reaktion als in der Vergangenheit. Unserer Ansicht nach wird der jüngste Anstieg der Anleiherenditen in erster Linie durch die Inflation und nicht durch erwartete Erhöhungen der Leitzinsen angetrieben. So könnte sich das einzigartige Umfeld, das wir als die neue nominale Zinswelt bezeichnet haben, als positiv für Aktien erweisen.

Unterschreitung des Inflationsziels ausgleichen

Durchschn. Inflationsprognosen der Fed und die zum Ausgleich der bisher unter 2% liegenden Inflation erforderliche höhere Inflation, 2015-2023

Dieses Chart zeigt, wieviel Arbeit vor den Zentralbanken liegt um die Inflation über die Zielmarke zu bringen um frühere Unterschreitungen auszugleichen.

Quellen: BlackRock Investment Institute mit Daten vom U.S. Bureau of Economic Analysis und der Federal Reserve, Juni 2021.  Anmerkung: Die Grafik zeigt, in welchem Bereich sich die Teuerungsrate der persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den nächsten zwei Jahren bewegen müsste, um frühere Unterschreitungen des 2%-Ziels der Fed auszugleichen.  Basis für diese Berechnung ist die durchschnittliche PCE-Inflation über die letzten Zwei-und Fünf-Jahreszeiträume. Die rote und gelbe Linie zeigen den Durchschnitt der Fed-Prognosen für die jährliche Kern-PCE-Inflation im 4. Q. 2021, im 4. Q. 2022 und im 4. Q. 2023 aus ihrer vierteljährlichen „Summary of Economic Projections“.

Weiter moderat risikobereit

Wir sind mäßig risikobereit und halten bei jeder Turbulenz Ausschau nach Gelegenheiten, um das Risiko zu erhöhen: Niedrige reale oder inflationsbereinigte Anleiherenditen sind für Aktien positiv. Zyklische Aktien und Regionen profitieren vom wirtschaftlichen Wiederaufschwung auf breiter Front. Folglich stufen wir europäische Aktien positiv ein und japanische Aktien auf neutral hoch - und US-Aktien auf neutral herab. Sogar bei unverändert niedrigen Nominalrenditen geht es aufwärts. Wir bleiben bei Staatsanleihen aus Industrieländern untergewichtet.

Zum ersten Mal trennen wir chinesische Anlagen von den Schwellenländern als eigenständige taktische Allokation ab. Wir sind der Meinung, dass Pekings Fokus auf Qualitätswachstum Früchte tragen sollte, so dass wir chinesische Aktien taktisch neutral, aber strategisch stark übergewichtet halten.

Der Weg zu Netto-Null-Emissionen hat einen Startpunkt und ein mögliches Ziel - aber es gibt noch keinen klaren Fahrplan, um dorthin zu gelangen. Einige der kommenden Veränderungen könnten abrupt sein - und zu Störungen von Angebot und Nachfrage bei Rohstoffen führen. Wir sehen Chancen auf dem Weg dorthin, wobei die Finanzierung durch den privaten Markt eine Schlüsselrolle spielt.

 

 

Weiter risikobereit

Der wirtschaftliche Wiederaufschwung weitet sich aus, und die Zentralbanken rund um den Globus halten entschlossen an den lockeren Finanzierungsbedingungen fest. Daher bleiben wir risikobereit. Bei unserer strategischen und taktischen Allokation geben wir Aktien den Vorzug vor Unternehmens- und Staatsanleihen.

Direktionale Einschätzungen

Strategische (langfristige) und taktische (6-12 Monate) Einschätzungen zu den wichtigsten Anlageklassen, Juli 2021

Legend Granular

Anmerkung: Die dargelegten Einschätzungen erfolgen aus der Perspektive eines US-Dollar-Anlegers per Juli 2021. Das vorliegende Dokument stellt eine Einschätzung des Marktumfelds zu einem bestimmten Zeitpunkt dar und ist weder als Prognose zukünftiger Ereignisse noch als Garantie zukünftiger Ergebnisse zu verstehen. Diese Informationen sollten vom Leser nicht als Research- oder Anlageberatung in Bezug auf einen bestimmten Fonds, eine bestimmte Strategie oder ein Wertpapier herangezogen werden.

In unserer Detailsicht zeigen wir, wie sich unserer Meinung nach bestimmte Vermögenswerte im Vergleich zu breiten Anlageklassen entwickeln werden, wobei wir sie gemäß der jeweiligen Überzeugung unterschiedlichen Levels zuordnen.

Taktische Einschätzungen auf einen Blick

Taktische Einschätzungen für sechs bis 12 Monate zu ausgewählten Vermögenswerten und großen globalen Anlageklassen sowie unsere Positionierung, Juli 2021

Legend Granular

Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Direktanlagen in einen Index sind nicht möglich. Anmerkung: Die Einschätzungen erfolgen aus der Perspektive eines US-Dollar-Anlegers per. Das vorliegende Dokument stellt eine Einschätzung des Marktumfelds zu einem bestimmten Zeitpunkt dar und ist weder als Prognose noch als Garantie zukünftiger Ergebnisse zu verstehen. Diese Informationen sollten nicht als Anlageberatung in Bezug auf einen bestimmten Fonds, eine bestimmte Strategie oder ein bestimmtes Wertpapier herangezogen werden.

Viele potenzielle Szenarien

Wie wirkt das aktuelle Umfeld im Vergleich mit der Erholung nach der globalen Finanzkrise?  Wir sind dieses Mal wohl auf einem ganz anderen Weg. Beispiellose Stimulusmaßnahmen und innovative Geldpolitik sind revolutionär und machen eine Wiederholung des 10-jährigen Bullenmarktes unwahrscheinlich. Unser Basisszenario: die neue nominale Zinswelt.

Dieses Schema zeigt eine breite Palette möglicher wirtschaftlicher und finanzieller Ergebnisse als Folge des Covid-19-Schocks. Zum Beispiel können wir finanzielle Instabilität oder die neue Normalität sehen.

Quellen: BlackRock Investment Institute, Juli 2021. Anmerkungen: Das Schema zeigt hypothetische makroökonomische und politische Ergebnisse jetzt im Vergleich zu dem schleppenden Ergebnis nach dem GFC. Dies sind unsere Ansichten zu den Auswirkungen auf Aktien und Staatsobligationen ab Juli 2021. Sie dienen nur zur Veranschaulichung. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Prognosen eintreten werden.

Der Weg zu Netto-Null

 Der Weg zur Klimaneutralität hat einen Startpunkt und ein Ziel – aber ein klarer Fahrplan fehlt. Manche der kommenden Veränderungen könnten abrupt erfolgen und zu Angebots- und Nachfragestörungen bei Rohstoffen führen. Wir sehen Chancen auf dem Weg zu Netto-Null-Emissionen. Zentral dabei ist die Finanzierung durch Privatmärkte.

Der Chart zeigt eine sich öffnende Lücke zwischen den Kupfer- und Rohöl-Spotpreisen, im Gegensatz zu dem fast im Gleichschritt verlaufenden Anstieg in den 2000er Jahren - weshalb wir aktuell keinen Rohstoff-"Superzyklus" sehen würden.

Quellen: BlackRock Investment Institute, mit Daten von Refinitiv Datastream, Juli2021. Hinweis: Die Grafik zeigt den Spotpreis von Kupfer an der London Metal Exchange (LME) und Rohöl der Sorte Brent, umbasiert auf 100 zu Beginn des Jahres 2000.

Die Autoren
Philipp Hildebrand
Vice Chairman
Philipp Hildebrand, Vice Chairman von BlackRock, ist Mitglied im Global Executive Committee.
Jean Boivin
Head of BlackRock Investment Institute
Jean Boivin, PhD, Managing Director, leitet das BlackRock Investment Institute (BII).
Wei Li
Global Chief Investment Strategist – BlackRock Investment Institute
Wei Li, Managing Director, Global Chief Investment Strategist beim BlackRock Investment Institute (BII).
Vivek Paul
Senior Portfolio Strategist, BlackRock Investment Institute
Vivek Paul, FIA, Managing Director, ist Senior Portfolio Strategist für die Portfolio Research Group innerhalb des BlackRock Investment Institute (BII).
Elga Bartsch
Head of Macro Research
Elga Bartsch, PhD, Managing Director, leitet den Bereich Wirtschafts- und Marktanalysen innerhalb des BlackRock Investment Institute (BII).
Scott Thiel
Chief Fixed Income Strategist
Scott Thiel, Managing Director, ist Chief Fixed Income Strategist bei BlackRock und Mitglied des BlackRock Investment Institute (BII).

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Bis zum 31. Dezember 2020 ist der Herausgeber BlackRock Investment Management (UK) Limited, ein von der britischen Financial Conduct Authority („FCA“) zugelassenes und beaufsichtigtes Unternehmen. Sitz: 12 Throgmorton Avenue, London, EC2N 2DL, England, Tel. +44 (0)20 7743 3000. Eingetragen in England und Wales unter der Nummer 02020394. Zu Ihrem Schutz werden Telefonate üblicherweise aufgezeichnet. Eine Liste aller Aktivitäten, für die BlackRock zugelassen ist, finden Sie auf der Website der Financial Conduct Authority.

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(i) BlackRock Investment Management (UK) Limited für alle Länder außerhalb der Europäischen Union und

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