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Verpassen Schweizer Frauen ihr Glück?

Gemäss der Studie Global Investor Pulse von BlackRock besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Wohlstand. Doch wenn es ums Investieren für den Wohlstand geht, liegen die Frauen hierzulande weit hinter den Männern zurück. Von André Bantli, Head of Continental Sales for EMEA Retail bei BlackRock in der Schweiz.

Macht Geld glücklich, oder trägt es wenigstens zum Wohlbefinden bei? Spannende Fragen, die im Zentrum unserer aktuellen Erhebung zur Studie Global Investor Pulse von BlackRock standen. (Eine Übersicht zu den Studienergebnissen? Hier.) Einmal im Jahr werden dazu weltweit Menschen aller Alters- und Einkommensgruppen zu ihren Einstellungen rund um die Geldanlage befragt. In der Schweiz haben 2019 über 1.000 Menschen im Alter zwischen 25 und 74 Jahren teilgenommen – gut 500 davon waren Frauen.

Über alle Schweizerinnen und Schweizer macht die Studie deutlich: Finanzieller Wohlstand und Wohlbefinden stehen in klarer Beziehung zueinander. Für mich noch wichtiger: Wer gezielt investiert, fühlt sich besser als jemand, der nicht investiert. Die Studie zeigt, dass Schweizerinnen und Schweizer, die ihr Geld anlegen, ein um 18 Prozentpunkte gesteigertes Wohlbefinden haben und um 10 Prozentpunkte glücklicher sind als Menschen, die das nicht tun.

Eines hat mich aber wirklich überrascht. Frauen in der Schweiz investieren viel weniger als Männer. Sie könnten damit ihr Glück verpassen. Denn sie lassen wesentliche Möglichkeiten ungenutzt, ihr Wohlbefinden zu steigern. Unter den sogenannten Millennials, also denen, die in den 1980er- und 1990er-Jahren geboren wurden, investieren Männer zu 51%. Unter den Frauen sind es nur 21%. Schweizer Männer gehören damit zur europäischen Spitzengruppe und rangieren sogar noch vor Grossbritannien, wo in dieser Altersgruppe 45% der Befragten investieren. Schweizer Frauen hingegen liegen nicht nur gegenüber Männern, sondern auch im europäischen Vergleich weit hinten. So investieren in Italien immerhin 36% der befragten Frauen dieser Altersgruppe.

Ich habe mich gefragt, was hält Frauen vom Investieren ab? Auch hierzu bin ich in den Studienergebnissen fündig geworden. Die Antworten unterscheiden sich kaum von denen der Schweizer Männer. Immerhin 56% der Befragten gaben an, sich zu wenig auszukennen. Unter allen, die nicht investieren, glauben 64%, nicht genügend Geld dafür zu haben.

Was kann man (frau) tun? Vielleicht sich vor Augen halten, dass finanzielles Wohlbefinden mit körperlichem Wohlbefinden viel gemeinsam hat. Beides lässt sich nur in kleinen Schritten aufbauen. Wie beim körperlichen Training mit kleinen ersten Schritten fängt man am besten auch mit kleinen Beträgen an, für die finanzielle Zukunft vorzusorgen.

Was wäre Ihr finanzielles Trainingsprogramm? Aus meiner Erfahrung gibt es ein paar Dinge, die Sie für sich beachten sollten. Zu allererst: Lassen Sie sich nicht irritieren. Es gibt nicht «den» richtigen Zeitpunkt, mit dem Anlegen zu beginnen. Also nicht zögern, aktiv werden! Auch brauchen Sie kein Vermögen, um damit zu starten. Investieren Sie Ihr Geld in kleinen Schritten. Und dann sehen Sie zu, wie es für Sie arbeitet. Legen Sie fest, welche Risiken Sie eingehen können, und behalten Sie immer die Kontrolle. Sie müssen dafür keine Expertin (oder kein Experte) werden. Aber verschaffen Sie sich ein Grundverständnis davon, wie Ihre Kapitalanlage funktioniert. Das ist einfacher, als Sie vielleicht denken. Hier finden Sie Tipps, wie Sie einfach investieren können.

Und vielleicht das Wichtigste: Zögern Sie nicht, jemanden zu fragen, der wirklich Erfahrung und Kompetenz mitbringt. Wer verlässlichen Rat sucht, findet ihn auch. Die meisten – laut Studie 51% – vertrauen bei Investitionsfragen übrigens professionellen Beratern. Sie haben keinen? Wir haben für Sie Hinweise zusammengestellt, wie Sie Ihre Beraterin oder Ihren Berater finden – und Ihrem Glück einen Schubs geben können.

Angaben zur Studie: Die Global Investor Pulse-Studie von BlackRock gehört zu den grössten je durchgeführten Erhebungen. Befragt wurden 27‘000 Teilnehmende in 13 Ländern: USA, Kanada (Nordamerika), Deutschland, Grossbritannien, Italien, Schweiz (Europa), Brasilien, Mexiko (Lateinamerika), China, Hongkong, Japan, Singapur und Taiwan (Asien). In der Schweiz wurden 1‘067 Personen befragt. Die Befragten waren im Alter von 25–74 Jahren und sind im Haushalt haupt- oder zumindest mitverantwortlich, wenn es darum geht, Entscheidungen mit Blick auf Sparen und Investitionen zu treffen. Bei der Auswahl der Studienteilnehmenden spielten Einkommen oder Art der gehaltenen Vermögen keine Rolle. Die Studie erfolgte im Juli und August 2018 online. BlackRock wurde dabei vom unabhängigen Beratungsunternehmen Kelton Global unterstützt.

André Bantli
Managing Director
Head of Continental Sales for EMEA Retail

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