Auf der Suche nach Einkommen

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Als Folge der Covid-19-Pandemie wurde das Ende der Dividenden vorausgesagt. Das ist zwar nicht passiert, aber die Ausschüttungen an die Aktionäre sind stark rückläufig. Nun stellt sich die Frage: Können stattdessen Kredite die gewünschten Erträge liefern?

Kapitalrisiko. Der Wert von Anlagen und die daraus erzielten Erträge können sowohl steigen als auch fallen und sind nicht garantiert. Anleger erhalten möglicherweise nicht den ursprünglich investierten Betrag zurück.

Dividenden waren lange Zeit eine sprudelnde Einnahmequelle für Anleger. Allein der FTSE 100 schüttete 2018 £89 Milliarden an die Aktionäre aus. Die Befürchtung einer globalen Konjunkturabschwächung und einer geringeren Anzahl an Unternehmen, die an die Börse gehen, haben die Ausschüttungen für die Aktionäre 2019 bereits auf £73 Milliarden reduziert. Als Folge der Covid-19-Pandemie dürfte diese Summe für das Jahr 2020 auf noch £50 Milliarden zurückgehen1

Da die Einnahmen aus Dividenden stetig sinken, suchen Anleger nach Möglichkeiten in neuen Märkten. Kredite können eine attraktive Alternative bieten. Anleger müssen sich jedoch bewusst sein, dass die Ereignisse der letzten Monate den Markt verändert haben. Die ungleichmässigen Auswirkungen der Pandemie und die unterschiedlichen Reaktionen der Regierungen führen zu einer erheblichen Streuung in der Kreditperformance. Zudem haben es niedrige oder sogar Negativzinsen schwieriger gemacht, eine stabile Rendite in liquiden Kreditanlagen zu erzielen.

In diesem Umfeld können private Kreditinstrumente gute Chancen darstellen. Um die Vorteile bestmöglich zu nutzen, sollten Anleger jedoch den aktuellen finanziellen und wirtschaftlichen Kontext, die Faktoren, welche die Performance beeinflussen sowie auch die verfügbaren Anlagetypen verstehen.

Aktiensymptome

Fakt ist, dass sich das Dividendenwachstum schon vor der Pandemie verlangsamt hat. Im Jahr 2019 wuchsen die globalen Dividenden um 3,5%. In den Jahren 2018 waren es noch 10%, 2017 8%2. Die Pandemie hat also deutliche Spuren hinterlassen, und es wird erwartet, dass dies noch eine Weile so bleiben wird. Die globalen Dividendenausschüttungen von Grossunternehmen fielen im zweiten Quartal 2020 um 22% auf USD 382,2 Mrd. – der höchste Quartalsrückgang seit acht Jahren. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, von denen erwartet wird, dass sie in diesem Jahr eine Dividende zahlen, lässt diese ganz ausfallen. Ein weiteres Viertel kürzt die Dividenden. Die Prognosen für das Jahr gehen von einem Rückgang um 19% auf 1,18 Billionen USD an Dividenden weltweit aus bis hin zu einem Rückgang um 25% (1,1 Billionen USD)3. Da der Weg zur wirtschaftlichen Erholung ungewiss ist, sind auch die Zukunftsaussichten für Dividenden völlig offen.

Zu Ihrer Entlastung

Im Gegensatz zum rückläufigen Dividendenmarkt wachsen die Kreditmärkte – sowohl öffentliche als auch private. Öffentliche Obligationen umfassen Investment-Grade- und Hochzinsobligationen sowie gehandelte Bankkredite, während private Obligationen-Direktkredite an meist mittelständische Unternehmen und notleidende Kredite/Sondersituationen umfassen.

Normalerweise führt ein sinkendes Bruttoinlandprodukt zu einem Rückgang der öffentlichen Anleiheemissionen, aber das war diesmal nicht der Fall. Als Reaktion auf den anfänglichen Schock durch die Pandemie kam es zu einem breit angelegten und tiefgreifenden Ausverkauf von Krediten, und die Emissionstätigkeit kam zum Stillstand (wie auch die meisten Finanzmärkte). Seitdem ist jedoch eine dramatische Erholung eingetreten, da die Unternehmen erkannt haben, dass sie angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit ihre Kapitalreserven aufstocken müssen. Im bisherigen Jahresverlauf wurden weltweit über 2,1 Billionen USD an neuen Unternehmensobligationen im Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Bereich emittiert – 60% mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres4.

Die Auswirkungen der Pandemie auf öffentliche Kreditinvestitionen fallen je nach Sektor höchst unterschiedlich aus. Einige Branchen wie die Reise- und Hotelbranche sind wenig überraschend stark betroffen, während andere Bereiche wie Technologie, Basiskonsumgüter, Bauwirtschaft und Detailhandel sogar profitiert haben. Diese grössere Streuung – auch der Volatilität – über die Sektoren hinweg führt zu besseren Anlagemöglichkeiten im Markt.

Ebenso sind die Auswirkungen auf Investment-Grade- und Non-Investment-Grade-Schuldtitel unterschiedlich ausgefallen. Unternehmen mit Investment Grade haben seit Ausbruch der Pandemie am meisten emittiert, da es für sie am einfachsten ist, den Markt anzuzapfen. Sie waren auch die Hauptnutzniesser der beispiellosen fiskalischen und monetären Unterstützung durch die Regierungen. Im Gegensatz dazu haben die Rating-Agenturen im Non-Investment-Grade-Bereich viele Unternehmen schnell herabgestuft, und die Märkte haben darauf reagiert – die Märkte für Hochzinsobligationen rechneten mit einem Ausfall von über 50% der Unternehmen. Dieser Wert ist heute auf ca. 30% gesunken, aber die Spreads liegen immer noch in der Nähe des 80. Perzentils der letzten zehn Jahre. Dies deutet auf einen guten Zeitpunkt für Investitionen hin.

Private Schuldtitel sind tendenziell besser vor den Bewegungen des breiten Kreditmarktes geschützt und bieten attraktivere Rendite- und Diversifizierungsmöglichkeiten. Jetzt ist es an der Zeit, speziellere Bereiche wie Distressed Debt (Investieren in das Fremdkapital notleidender Firmen) oder Special Situations in Betracht zu ziehen. Deren Anzahl nimmt aufgrund der Pandemie zu. Viele Emittenten sind mit einem hohen Verschuldungsgrad in die Krise gegangen, und diese hat ein breiteres Spektrum von Unternehmen unter Druck gesetzt, so dass die verfügbare Nachfrage nach Kapital das Angebot übersteigen dürfte – was Chancen für einzigartige Finanzierungslösungen schafft.

Inmitten der Verwerfungen lassen sich auch einzelne Perlen finden. Höhere Kreditstreuung und Spread-Volatilität, erhöhte Risikoprämien und strengere Klauseln für die Kreditvergabe sowohl auf öffentlichen als auch auf privaten Märkten treiben das Wachstum an. Ein gleichzeitiger Anstieg der Nachfrage nach Kapitallösungen, die auf den traditionellen öffentlichen Märkten nicht finanziert werden können, bedeutet, dass es noch grössere Ertragschancen gibt. Wie Investoren diese für sich nutzen werden, bleibt abzuwarten.

Risiko: Dieses Material ist nicht als Prognose, Research oder Anlageberatung zu verstehen und stellt keine Empfehlung, kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Finanzprodukten oder zur Anwendung einer Anlagestrategie dar.

1 Spear’s, Cover Story: Is this the death of dividends?, June 2020

2 Barron’s, Global Dividends Hit a Record $1.4 Trillion in 2019. Their Growth Rate Slowed, However., February 2020

3 Funds Europe, Global dividends plunged a fifth in Q2, August 2020.

4 BlackRock, A credit cycle like no other, As of June 30, 2020

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