Liquiditätsabfkzss: Risiken bei Alternativen Anlagen

Während die Liquidität im Zusammenhang mit Due-Diligence-Prüfungen und der Transparenz im Fondsbereich weiter für Schlagzeilen sorgt, gibt es für Anleger nicht nur Risiken, sondern auch Vorteile.

Zwar hat sich die Anlegerstimmung für liquide Alternativen zuletzt verschlechtert, ihre geringe Marktkorrelation kann jedoch das Marktrisiko verringern[1].

Seit der Finanzkrise haben sich europäische Anleger zunehmend von traditionellen Obligationen abgewendet und stattdessen auf liquide alternative Strategien zur Diversifikation ihres Portfolios gesetzt. Statt auf die Maximierung der Renditen von Anlageklassen konzentrieren sich die Anleger darauf, Portfolios aufzubauen, die sich auch in einem unsicheren Umfeld stabil entwickeln.

Darüber hinaus habe sich das Universum an Anlageinstrumenten, das den Anlegern zur Verfügung stehe, in den letzten Jahrzehnten enorm erweitert, hebt Kelli Byrnes, Beraterin im Portfolio Analysis and Solutions-Team von BlackRock, hervor. Das Wachstum bei Indexinstrumenten und das zunehmende Wachstum bei alternativen Anlagen, die Zugang zu Illiquiditätsprämien bieten, seien zwei wichtige Trends.

«Es ist nicht einfach, gute alternative Manager zu finden, die kontinuierlich eine Outperformance erzielen», sagt Kelli Byrnes. «Das erforderliche Know-how, der Zeitaufwand und die Kosten, die mit der Durchführung der Due-Diligence-Prüfung bei solchen Investitionen verbunden sind, dürfen nicht unterschätzt werden.» Wenn dafür nur begrenzte Kapazitäten innerhalb des Anlageprozesses zur Verfügung stünden, empfehle BlackRock den Kunden, auf effiziente alternative Dachfonds oder Multi-Strategy-Fonds zu setzen. «Sie können aber auch einen Teil des Kosten- und Zeitaufwands in anderen Portfoliosegmenten verringern, indem sie kostengünstige Indexstrategien bei den Long-only-Aktien- und Obligationenpositionen einsetzen.»

Dieses Vorgehen ermögliche es den Anlegern, das Risiko zu steuern und ihr Risikobudget für die Erzielung von echtem unkorreliertem Alpha über Alternative Anlagen zu nutzen[2].

In den letzten Jahren wurde das Vertrauen in liquide Alternativen durch mehrere Fälle erschüttert, in denen Fonds ihre Verbindlichkeiten und Liquiditätsrisiken nicht angemessen berücksichtigt haben.

Vorteile liquider Alternativen

Zwar sind liquide Alternativen mit Risiken verbunden, viele erfahrene Anleger weisen aber darauf hin, dass diese nicht höher seien als in anderen traditionellen Märkten wie dem europäischen Markt für Unternehmensobligationen. Darüber hinaus lässt ein Grossteil der Berichte in den Medien die potenziellen Vorteile alternativer Anlagen ausser Acht.

«In letzter Zeit sind einige Fonds, die nicht das gehalten, was sie versprochen haben, in die Schlagzeilen geraten», sagt Shane Balkham, Chief Investment Officer von Beaufort Investment. «Nun recherchiert ein Journalist und schreibt dann: ‹Diese Fonds weisen einen hohen Anteil an nicht börsenkotierten Wertpapieren auf› oder ‹sie sind äusserst illiquide›, was der gesamten Branche schadet. Liquide Alternativen haben durchaus auch ihre Vorzüge. Man hat die Chance auf Erträge und Kapitalgewinne und profitiert bei einer langfristigen Investition von der Illiquiditätsprämie.»

Aufgrund der möglichen Vereinnahmung von Illiquiditätsprämien und der Chancen, die sie in volatilen Märkten bieten, müssen regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Extremszenarien verhindern.

«Alternative Anlagen sind unter anderem attraktiv, weil sie im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen ein hohes Renditepotenzial versprechen, was die Erträge und Kapitalgewinne betrifft», sagt William Dinning, Chief Investment Officer von Waverton Investment Management. «Egal, ob es sich um einen Pensionsfonds oder ein anderes Vehikel handelt, wir müssen die Anleger ermutigen, diese Möglichkeit zu nutzen, anstatt sie abzuschrecken. Ich hoffe, dass die Branche nicht übertreibt. Aufklärung spielt eine wichtige Rolle, und vielleicht sollten die Aufsichtsbehörden hier ansetzen, anstatt Verbote auszusprechen.»

«Alternative Anlagen sind unter anderem attraktiv, weil sie im Vergleich zu traditionellen Anlageklassen ein hohes Renditepotenzial versprechen, was die Erträge und Kapitalgewinne betrifft

William Dinning, Chief Investment Officer von Waverton Investment Management

Balance und Flexibilität

Das Management eines alternativen Fonds erfordert einen Balanceakt zwischen der Maximierung der Illiquiditätsprämien und der richtigen Menge an liquiden Instrumenten, die für einen Ausgleich sorgen. Um die richtigen Fonds zu identifizieren und das Risiko zu minimieren, ist es aus Sicht der Experten von BlackRock entscheidend, regelmässig mit den Managern zu sprechen und diejenigen zu finden, die den Liquiditätsbedarf sowohl mit Blick auf die Aktiva als auch die Passiva angemessen berücksichtigen.

«Zu wissen, was der Fonds genau macht, wird immer wichtiger», sagt Byrnes. «Wenn das Fondsvermögen von wenigen Anlegern stammt, ist der potenzielle Liquiditätsbedarf möglicherweise viel höher als bei einer diversifizierten Gruppe von Anlegern, die in dem Fonds investiert sind. Fonds müssen verantwortungsvoll handeln. Wenn ein mögliches Ungleichgewicht bei der Liquidität der Basiswerte besteht, muss dies erkannt und der Anleger darüber informiert werden.»

Aufgrund solcher Inkongruenzen ist es aus Sicht der Analysten entscheidend, regelmässig eine Due-Diligence-Prüfung durchzuführen, um festzustellen, ob die Struktur des Fonds angemessen ist. Zudem sollten die Manager gefragt werden, ob und warum ihrer Meinung nach Anpassungen erforderlich sein könnten[3].

«Wir sind seit einigen Jahren besorgt darüber, dass viele Strategien als Vehikel mit täglicher Liquidität strukturiert werden», sagt Jessica Milsom, Senior Associate bei Stonehage Fleming. «Deshalb führen wir eigene, unabhängige Prüfungen des Portfolios durch. Derzeit sind wir mit einem Fonds mit wöchentlicher Liquidität im Gespräch, der möglicherweise eine Umstellung auf tägliche Liquidität anstrebt, und äussern unsere Bedenken. Aus ihrer Sicht eignet sich das Portfolio für eine tägliche Handelbarkeit, doch wir fragen: Welchen Nutzen bringt dies für die Anleger? Warum bleiben Sie nicht bei der wöchentlichen Struktur, um über mehr Flexibilität zu verfügen?»

Das Team für Alternative Anlagen von BlackRock ist der Ansicht, dass liquide Alternativen sowohl aus Sicht des Risikomanagements als auch aus Sicht der absoluten Rendite erhebliche Vorteile bieten können, da sie aufgrund ihrer geringen Marktkorrelation das Marktrisiko verringern. Allerdings sei es wichtig, sich nicht nur auf die OGAW-Zulassung zu verlassen, sondern selbst zu prüfen, ob ein Fonds über die für die Basiswerte angemessene Liquidität und angemessene Bedingungen verfügt.

«Darüber denken wir viel nach», so Alex Orr, Director im Team für Alternative Anlagen von BlackRock. «Darin liegt auch das Potenzial dieser Strategien. Es geht nicht nur darum sicherzustellen, dass die Fonds die richtige Grösse haben, um attraktive Renditen erzielen zu können. Sie müssen auch für die notwendige Liquidität sorgen.»

1: Ein Fonds/Eine Strategie sollte, absolut gesehen, nicht als risikoarm betrachtet werden und ist möglicherweise nicht für vorsichtige Anleger geeignet.

2: Risiken können zwar mithilfe des hierin beschriebenen Anlageansatzes gesteuert, jedoch nicht ausgeschlossen werden.

3: Die Anlagen [eines Fonds/einer Strategie] können eine geringe Liquidität aufweisen, wodurch der Wert solcher Anlagen oft schwieriger vorherzusehen ist. In extremen Fällen kann [der Fonds/die Strategie] die Anlage möglicherweise nicht zum letzten Marktpreis oder zu einem als angemessen erachteten Preis verkaufen.

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