Unerwartetes High-Tech

BlackRock Redaktion
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BlackRock Redaktion

Blog-Beitrag vom 04. Juni 2019

Keine Branche investiert mehr in Technologie als die Finanzindustrie. Ein Zeichen für enorme disruptive Entwicklungen – mit großen Chancen für aktive Anleger?

Wer investiert am meisten in IT? Die High-Tech-Unternehmen, Versorger mit komplexen Netzen und Kundenstrukturen, Versicherer – oder Banken? Die für viele vielleicht unerwartete Antwort: Es ist der Bankensektor. Fast 9% der Erlöse gehen als Mittelwert in IT-Services, selbst High-Tech-Unternehmen kommen weltweit nur auf gut 5%. Das zeigt sich auch in der Grafik.

 

Banken: Spitzenposition bei IT-Ausgaben

 Graph Fintech

 Quelle: CEB, CEB IT Budget Benchmark, Arlington VA, 31. Dezember 2016

 

Das hohe Investitionsvolumen verwundert weniger, wenn man bedenkt, wie sehr sich der Finanzdienstleistungsmarkt ändert. So werden schon für das nächste Jahr 726 Milliarden digitale Bezahltransaktionen erwartet, also vor allem Zahlungen über Bank- und Kreditkarten.[1] Weltweit nutzen 94% aller Bankkunden unter 35 Jahren Online Banking-Angebote.[2] Und das sind nur die Geschäftsbereiche, an die man unmittelbar denkt.

 Neben dem Zahlungsverkehr und Bankkonten werden auch Investments und Versicherungen immer mehr mit weitgehend digitaler Unterstützung angeboten oder auch die Kreditvergabe. Hierbei zeigt sich am Aufkommen von Peer-to-Peer-Lösungen, dass traditionelle Player wie Banken investieren und ihre Angebote neu gestalten müssen, wenn sie ihre angestammten Geschäftsfelder erfolgreich behaupten wollen. Denn eine neue Art von Akteuren mit neuen Geschäftsideen sorgt für Herausforderungen in einem intensiveren Wettbewerb. Das gilt natürlich zum Beispiel genauso für Bezahlsysteme, bei denen Technologie- und Handelsriesen wie Apple oder Amazon massiv tätig werden.

 Die Auswirkungen sind dabei für die Endverbraucher nicht immer sichtbar: Banken digitalisieren ihre Infrastruktur, Softwareanbieter mit spezialisierten Angeboten profitieren von den neuen Entwicklungen. All das macht das Thema Finanzdienstleistung und technologischer Fortschritt für Anleger enorm spannend. Denn für alte und neue Player, die sich im Umbruch erfolgreich positionieren, ergeben sich überdurchschnittliche Wachstumschancen. Anleger können von diesen profitieren. Und das im großen Maßstab: Schließlich steht der Finanzsektor für ganze 25% der Einnahmen von Unternehmen im MSCI World Index.[3]

 Übrigens ist es in der relativ frühen Phase der Veränderungen für Anleger unter Umständen lohnend, für ein solches Investment auch ein aktiv gemanagtes Fondsprodukt ins Auge zu fassen. Denn die Entwicklungen einzelner Unternehmen können unerwartete Chancen bieten – ebenso wie Risiken, auf die Fondsmanager durch aktive Investitionsentscheidungen reagieren können.

 Ein Themeninvestment in die FinTech-Entwicklung dürfte auch keine Eintagsfliege sein, sondern sollte wohl langfristig Chancen auf attraktive Renditen eröffnen. Schließlich wird das Thema von mindestens zwei Megatrends gestützt – für die Experten von BlackRock immer ein Zeichen für eine mögliche nachhaltige Entwicklung. Zum einen ist das der Megatrend „technologischer Durchbruch“. Zum anderen aber auch die Verlagerung der wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse in Richtung Asien (mehr zu Megatrends, und wie sie thematische Investments stützen, finden Sie hier ). Denn der asiatisch-pazifische Raum steht auch beim Thema Technologie im Finanzsektor für die höchsten Wachstumsraten. So soll allein in zehn Jahren bis 2026 (ausgehend von 2016er Werten) das Volumen im digitalen Zahlungsverkehr um 179% steigen – und damit auch absolut den dreifachen Wert der USA erreichen.[4]

 

[1] Quelle: Capgemini und Bank BNP Paribas, Oktober 2017.

[2] Quelle: First Data: The Unbanked Generation. Stand 29. Mai, 2017.

[3] Quelle: BlackRock PRISM data, per 1. März 2018. Währung USD.

[4] Quelle: Nilson Report, KeyBanc Future of Fintech Report, März 2018