BlackRock Investment Institute

Davos Briefing 2021

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Januar 2021

Wir stehen am Beginn einer Neuordnung der Anlagewelt. Die Corona Pandemie hat tiefgreifende Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft in vier Bereichen beschleunigt: bei Nachhaltigkeit, sozialen Ungleichheiten, in der geopolitischen Lage und im makropolitischen Umfeld. Wir sind davon überzeugt, dass das ein Umdenken bei der Portfolioallokation erfordert und zwar möglichst schnell. Das von Jean Boivin geleitete BlackRock Investment Institute präsentiert eine Auswahl seiner Erkenntnisse im Rahmen des virtuellen Davos Dialogs, wo Führungskräfte aus der ganzen Welt zusammenkommen, um ihre Ansichten zur aktuellen Lage zu diskutieren.

Eine beispiellose Reaktion

Seit der beispiellosen politischen Reaktion auf die Pandemie haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass ein Anstieg der Inflation bevorsteht. Diese Aussicht treibt nun die Märkte an. Bei einem unserer zentralen Themen geht es um die neue nominale Zinswelt, wobei wir davon ausgehen, dass sich eine steigende Inflation günstiger auf den Markt auswirken wird als in der Vergangenheit. Die Zentralbanken werden sich wahrscheinlich gegen einen starken Anstieg der nominalen Staatsanleiherenditen stemmen. Infolgedessen könnten die Realzinsen mittelfristig negativ bleiben. Dies dürfte sich positiv auf Risikoanlagen auswirken und stimmt uns risikofreudig, mit taktischen Übergewichtungen in Aktien und Unternehmensanleihen. Dennoch sind die Märkte deutlich gestiegen, und es gibt Raum für Rückschläge, je nach COVID-19 Dynamik und Impffortschritten.

Eine zweigeteilte Weltordnung

Die Pandemie hat eine Neuverkettung der Globalisierung beschleunigt mit den USA und China im Zentrum der neuen Weltordnung, aber an entgegengesetzten Polen. Unserer Ansicht nach wird die neue US-Regierung für mehr Verlässlichkeit in der Handelspolitik sorgen. Das Thema Klima wird wahrscheinlich zu einer zentralen Priorität in der Politik werden und außerdem ein Bereich, in dem eine Kooperation zwischen den USA und China möglich ist. Der wirtschaftliche, technologische und strategische Wettbewerb mit China dürfte jedoch bestehen bleiben. Wir sind der Meinung, dass sich Anleger an beiden Polen des globalen Wachstums engagieren sollten.

Anstieg der Staatsverschuldung

Der Anstieg der Staatsverschuldung auf Rekordniveau war das Ergebnis einer völlig neuen Zusammenarbeit zwischen Finanz- und Geldpolitik und eine notwendige Reaktion auf die durch COVID-19 ausgelöste Krise. Es könnte für Regierungen politisch schwierig werden, die umfangreichen finanzpolitischen Unterstützungsmaßnahmen zurückzufahren, und die gefühlte Sicherheitsprämie für das Halten von Staatsanleihen könnte sich unter Umständen in Luft auflösen. Auf kurze Sicht machen uns diese Dynamiken allerdings keine Sorgen: Denn der Druck auf die Zentralbanken, ein stabiles Niedrigzinsumfeld aufrechtzuerhalten und die Kosten für die Aufnahme von Schulden zu begrenzen, ist erheblich.

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