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Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Phase struktureller Knappheit. Arbeitskräfte werden in vielen Volkswirtschaften knapper, geopolitische Spannungen verschärfen den Wettbewerb um kritische Rohstoffe, und Kapital wird gleichzeitig für Verteidigung, Energiewende und Digitalisierung benötigt.
Gleichzeitig eröffnet künstliche Intelligenz (KI) die Aussicht auf einen dauerhaften Wachstumsschub. Die entscheidende makroökonomische Frage lautet: Kann KI Innovation so beschleunigen, dass sie das langfristige Wirtschaftswachstum über seinen historischen Trend hinaushebt?
Darin liegt eine zentrale Spannung. Denn bevor Produktivitätsgewinne entstehen, erfordert KI enorme Investitionen in Rechenleistung, Energie, Infrastruktur und Humankapital. Der Ausbau der Zukunftstechnologien verschärft zunächst den Wettbewerb um knappe Ressourcen. Genau diese Spannung zwischen gegenwärtiger Knappheit und künftigem Überfluss prägt Wachstum, Inflation, Geldpolitik und Kapitalmärkte.
Zweimal im Jahr kommen BlackRocks Investmentexperten zusammen, um ihre Einschätzung für die kommenden sechs Monate zu bündeln. Aus der aktuellen These ergeben sich drei Anlageschwerpunkte:
Der Ausbau von KI-Infrastruktur beschleunigt sich weiter und rückt drei bislang unbeantwortete Fragen in den Fokus: Entwickelt sich KI zu einer Blase? Die außergewöhnlich starken Kursgewinne vieler KI-Profiteure lassen wenig Raum für Enttäuschungen. Für US-Aktien werden daher die tatsächliche Umsetzung der Gewinn- und Margenerwartungen entscheidend sein. Wie entwickeln sich die Kosten von KI? Effizientere Modelle könnten die Kosten senken und die Verbreitung beschleunigen. Gleichzeitig reicht die vorhandene Rechenkapazität bereits heute nicht aus, um die steigende Nachfrage vollständig zu decken. Und wer wird die Wertschöpfung vereinnahmen? Die Antworten auf diese Fragen hängen maßgeblich von den Knappheiten ab, die Kosten, Verbreitung und Wertschöpfung von KI bestimmen werden.
Höhere Renditen haben Anleihen als Portfolioanker wieder attraktiv gemacht. Entscheidend ist jedoch, woher dieses Zinseinkommen kommt. Wir bevorzugen kürzere bis mittlere Laufzeiten, insbesondere Euroraum-Staatsanleihen, sowie öffentliche und private Kreditanlagen mit robusten Cashflows. Langlaufende Anleihen erscheinen angesichts hartnäckiger Inflation und steigender Staatsverschuldung weniger attraktiv.
Die traditionelle Einteilung von Anlageklassen verliert an Aussagekraft. Anleger sollten daher damit beginnen, Themen und Risiken zu definieren, an denen sie partizipieren möchten, und erst anschließend den passenden Weg für ihre Geldanlage wählen. Besonders deutlich zeigt sich das bei Infrastruktur. Sie bietet Zugang zu mehreren strukturellen Trends zugleich – darunter KI und Versorgungssicherheit.
Unterm Strich könnte KI die langfristigen Wachstumsaussichten grundlegend verändern. Der Weg dorthin führt jedoch zunächst durch eine Welt der Knappheit. Genau daraus ergeben sich aus unserer Sicht die wichtigsten Anlagechancen. Während sich dieser wirtschaftliche Wandel weiter entfaltet, sollten Anlegerinnen und Anleger ihre Portfolios regelmäßig auf den Prüfstand stellen.
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