Alternative Anlagen:
Mythen und Missverständnisse

Über alternative Anlagen gibt es zahlreiche Missverständnisse. Einige Anleger denken noch immer an hochriskante, exotische Fonds, die Superreichen und institutionellen Anlegern vorbehalten sind. In Wahrheit sind alternative Anlagen jedoch in fast jedem Portfolio vertreten.

  • Mythos: Alternative Anlagen sind volatiler als Aktien und Obligationen.

    Realität: Bestimmte alternative Anlagen können zwar eine höhere Volatilität als traditionelle Aktien und Obligationen aufweisen. Insgesamt sind sie aber nicht volatiler als andere Investments. Tatsächlich haben viele alternative Anlagen sogar eine deutlich geringere Volatilität als der Aktienmarkt.

  • Mythos: Bei alternativen Anlagen handelt es sich um eine Anlageklasse.

    Realität: Alternative Anlagen umfassen unterschiedliche Anlageansätze und Instrumente in einer Vielzahl von Märkten. Es ist sinnvoll, zwischen den Vermögenswerten oder Strategien («contents»), die Rückschlüsse auf die voraussichtliche Wertentwicklung der jeweiligen Anlage erlauben, und der Fondsstruktur («containers»), die entscheidend für die Transparenz und die Verfügbarkeit des eingesetzten Kapitals ist, zu unterscheiden.

  • Mythos: Durch Investition in einen alternativen Fonds erhält man ein diversifiziertes Portfolio.

    Realität: Ebenso wie eine Investition in eine Aktie oder einen Anlagefonds keinen wesentlichen Diversifikationseffekt bewirkt, ist auch der Effekt bei nur einer alternativen Anlage möglicherweise begrenzt. Eine alternative Anlagestrategie kann gewisse Diversifikationsvorteile bieten, aber auch zu einer Risikokonzentration führen.

  • Mythos: Anleger können nicht auf ihr Geld zugreifen, wenn sie in alternative Anlagen investieren.

    Realität: Die Liquidität alternativer Anlagen ist unterschiedlich. Einige alternative Anlagefonds bieten tägliche Liquidität. Bei einigen Kommanditgesellschaften kann man hingegen erst nach einer Frist von 30 Tagen bis hin zu 10 Jahren auf sein Kapital zugreifen.

  • Mythos: Nur institutionelle Anleger und Superreiche haben Zugang zu alternativen Anlagen.

    Realität: Privatanleger haben dank innovativer Produkte heute besseren Zugang zu alternativen Anlagen als je zuvor. Offene Anlagefonds haben beispielsweise keine oder nur geringe Anlagebarrieren. Bei anderen Strukturen wie zugelassenen geschlossenen Fonds und nicht zugelassenen Fonds bestehen gewisse Zugangsbeschränkungen.

  • Mythos: Alternative Anlagen boten in Abwärtsphasen keinen Schutz.

    Realität: Es stimmt, dass in Zeiten von Marktstress die Korrelationen nahezu aller Anlagen in der Regel steigen. Doch alternative Anlagen sind in der Vergangenheit selbst in Krisenphasen zumeist nicht so stark gefallen wie Aktien, sodass sie Anlegern einen Puffer bieten.

  • Mythos: Alternative Anlagen sind zu teuer.

    Realität: Die Gebühren bei alternativen Anlagen sind unterschiedlich und hängen von der Fondsstruktur ab. Die Struktur gibt in der Regel Aufschluss darüber, welche Gebühren für eine alternative Anlage zu zahlen sind. Bei Kommanditgesellschaften fallen in der Regel Management- und Performancegebühren an. Anlagefonds berechnen eine Managementgebühr, aber keine Performancegebühr.