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Juli 2026

Frau liegt im Bett und schaut auf ihr Handy

Zentrale Themen im Überblick

  • Die Spannungen im Nahen Osten halten an und setzen Ölpreise sowie Inflationserwartungen unter Druck. Der NATO-Gipfel sendete dagegen ein konstruktiveres Signal für Zusammenarbeit.
  • Das Gewinnwachstum am US-Aktienmarkt dürfte vor allem durch Halbleiter- und Energieunternehmen unterstützt werden.
  • Anlegerinnen und Anleger werden die Entwicklungen im Nahen Osten, bevorstehende Zentralbanksitzungen und Unternehmensberichte genau im Blick behalten, um mögliche Marktauswirkungen besser einzuordnen.

Geopolitische Risiken rücken wieder in den Fokus

Anfang Juli geriet die fragile Waffenruhe im Nahen Osten erneut unter Druck, nachdem die USA Luftangriffe durchgeführt und Sanktionen verschärft hatten. Auslöser waren iranische Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus, die Sorgen vor einer erneuten Eskalation ausgelöst haben. Die Zuspitzung erfolgte nur wenige Wochen nach einer Absichtserklärung der USA und Irans, die Raum für Verhandlungen schaffen sollte. Zwar scheinen diplomatische Bemühungen die unmittelbaren Spannungen zu mindern, doch die Waffenruhe bleibt fragil; Phasen erhöhter Volatilität bleiben daher wahrscheinlich.

Nach der Absichtserklärung waren die Ölpreise zunächst gefallen. Anleger zeigten sich zunehmend zuversichtlich, dass sich Energieexporte und Schifffahrt in der Region nach den erheblichen Störungen zu Jahresbeginn schrittweise normalisieren könnten. Die jüngsten Ereignisse zeigen jedoch, dass dieser Prozess holprig verlaufen kann. Eine längere Phase der Instabilität könnte die Normalisierung der Energiemärkte verzögern. Sollten die Spannungen weiter eskalieren, könnten neue Störungen der Schifffahrt und höhere Energiepreise Inflationsdruck und Marktvolatilität verstärken.

Auch der vergangene NATO-Gipfel stand im Fokus. Präsident Trump bekräftigte das Engagement der USA für das Bündnis. Statt umfangreiche neue Ausgabenzusagen anzukündigen, konzentrierte sich der Gipfel auf die Umsetzung bestehender Verpflichtungen – mit stärkerem Fokus auf Verteidigungsanschaffungen, industriellen Kapazitäten und Ausweitung der Produktion. Die fortgesetzte Unterstützung für die Ukraine und die engere verteidigungsindustrielle Zusammenarbeit verdeutlichen den breiteren Übergang von politischen Zusagen hin zu langfristiger industrieller Umsetzung. Das stützt den robusteren Ausblick für Verteidigungsinvestitionen.

Technologie- und Energiewerte geben den Ton an

Zur Jahresmitte liegt der S&P 500 um 10 % im Plus. Etwa die Hälfte der Gewinne entfällt auf Halbleiter – also auf Chips und Komponenten, die KI-Systeme antreiben.1 Trotz jüngster Volatilität und Schlagzeilen liegen Halbleiteraktien in diesem Jahr weiterhin rund 75 % im Plus.2 Software war dagegen der größte negative Einflussfaktor.3 Der Blick richtet sich nun auf die Berichtssaison, in der Unternehmen ihre aktuellen Gewinne und Prognosen für künftige Erträge veröffentlichen. Auf Basis der Gewinnerwartungen – also dessen, was Analysten und Anleger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erwarten – dürften die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 insgesamt um 25 % gegenüber dem Vorjahr steigen. Etwa die Hälfte dieses Wachstums dürfte auf Halbleiter- und Energieunternehmen entfallen.4

Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für aktuelle oder zukünftige Ergebnisse und sollte nicht der alleinige Entscheidungsfaktor bei der Auswahl eines Produkts oder einer Strategie sein.

Themen, die wir im Juli im Blick behalten

In den kommenden Wochen werden die Märkte vor allem die Sitzungen der US-Notenbank Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank verfolgen. Die Berichtssaison wird zeigen, ob Technologieunternehmen die hohen Erwartungen der Anleger erfüllen können – besonders mit Blick auf KI-Investitionen. Die Entwicklungen im Nahen Osten bleiben ebenfalls entscheidend, vor allem mit Blick auf Schifffahrt und Ölangebot, da sie sich schnell in Marktvolatilität niederschlagen können.

Quellen

1,2,3 Quelle: BlackRock, Bloomberg, Stand: 30. Juni 2026.
4 Quelle: Bloomberg, Stand: 6. Juli 2026.