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Einführung in Private Credit

Hallo, ich bin Grishma Parekh, Co-Head of Core Senior Lending bei HPS, einem Teil von BlackRock.

Hier geht es um drei Aspekte, die wir im Zusammenhang mit der Entwicklung von Private Credit für wichtig halten, und was aus unserer Sicht diese Anlageklasse so attraktiv macht.

Erstens spielt Private Credit eine wichtige Rolle im heutigen Finanzsystem. Wir bieten Unternehmen flexible, maßgeschneiderte Kapitallösungen, was öffentliche Märkte oft nicht können. Diese Flexibilität ermöglicht es Unternehmen, weiter zu investieren, zu wachsen und komplexe Situationen zu meistern.

Zweitens haben unsere Teams dazu beigetragen, dass eine einstige Nischen-Anlageklasse im Laufe der letzten zehn Jahre zu einem wesentlichen Bestandteil der Asset-Allokation wurde. Ursprünglich vorwiegend ein institutioneller Markt, ist Private Credit heute deutlich gefragter. Immer mehr Anleger nutzen es zur Portfoliodiversifikation, mit der Aussicht auf attraktive laufende Erträge und Renditen.

Drittens beruht Private Credit letztlich auf Beziehungen. Langfristige Partnerschaften mit Managementteams, Private-Equity-Firmen und Investoren sind entscheidend dafür, wie der Private-Credit-Markt funktioniert. Und diese Beziehungen basieren auf Vertrauen, Integrität und Beständigkeit.

Grishma Parekh, Co-Head of Core Senior Lending bei HPS, einem Teil von BlackRock, erläutert drei Aspekte im Zusammenhang mit der Entwicklung von Private Credit und was aus unserer Sicht diese Anlageklasse so attraktiv macht.

Investoren betrachten Private Credit zunehmend als Möglichkeit, Portfolios zu diversifizieren und auf potenziellen Ertrags- und Renditechancen zuzugreifen.

Das Wichtigste

Kapitalanlagerisiko. Der Wert von Anlagen und die daraus erzielten Erträge können sowohl steigen als auch fallen und sind nicht garantiert. Anleger erhalten den ursprünglich angelegten Betrag möglicherweise nicht zurück.

  • Bei Private Credit vergeben Kreditgeber, die keine Banken sind, Darlehen direkt an Unternehmen – abseits öffentlicher Märkte und häufig mit wirksameren strukturellen Schutzmechanismen.
  • Private Credit kann eine attraktive Alternative zu traditionellen Festzinsanlagen sein, bei einem in der Vergangenheit geringeren Risiko als bei anderen alternativen Anlageklassen.
  • Anleger nehmen weniger Liquidität und mehr Komplexität in Kauf, um gegenüber öffentlichen Märkten eine höhere Rendite und einen höheren Gesamtertrag zu erzielen.

Was ist Private Credit?

Private Credit ist eine Form der Kreditfinanzierung, bei der Nicht-Banken – etwa Vermögensverwalter – Kapital direkt an Kreditnehmer verleihen. Diese Kreditnehmer haben entweder keinen Zugang zu Bankfinanzierungen oder wünschen flexiblere, maßgeschneiderte Lösungen, die öffentliche Märkte nicht bieten. Solche Kredite werden nicht öffentlich gehandelt.

Der Private-Credit-Markt ist nach der internationalen Finanzkrise stark gewachsen, als sich Banken aufgrund regulatorischer Änderungen aus dem Leveraged Lending zurückzogen. Da immer mehr Unternehmen später an die Börse gehen und Kapital für Wachstum, Übernahmen und Leveraged Buyouts benötigen, springen Private-Credit-Manager ein, um die Finanzierungslücke zu schließen.

Wie funktioniert Private Credit?

Bei Private Credit erhalten Unternehmen Finanzierungen direkt von Kreditgebern. An den Märkten für syndizierte Hochzinsanleihen oder Bankkredite erfolgt die Finanzierung hingegen mithilfe einer Bank oder eines Vermittlers.

Die private Kreditvergabe beruht auf direkten Verhandlungen: Kreditgeber arbeiten eng mit Kreditnehmern zusammen, um maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die zu den spezifischen Anforderungen der Unternehmen passen. Durch die direkte Zusammenarbeit mit den Kreditnehmern können die Kreditgeber Konditionen, Kreditbedingungen und Preise flexibler aushandeln. Dies kann zu besseren Schutzmechanismen und höheren Erträgen für Anleger als an öffentlichen Kreditmärkten führen. Kreditnehmer und Kreditgeber können gemeinsam die Kreditbedingungen an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen und schneller und einfacher auf flexibles Kapital zugreifen.

Private-Credit-Kredite sind üblicherweise variabel verzinslich; der Coupon des Kredits wird bei Zinsänderungen angepasst. Diese Kredite haben oft Untergrenzen für den Referenzzins (Floors), was in einem Umfeld sehr niedriger Zinsen die Erträge zusätzlich schützt.

Was sind die Hauptkategorien von Private Credit?

Private-Credit-Strategien decken eine Reihe von Risiko-Ertrags-Profilen ab, und die Fonds können sich nach Strategie, Art der Fremdfinanzierung und Rang in der Kapitalstruktur unterscheiden. Die Kapitalstruktur besagt, wie ein Unternehmen auf Basis des Anteils und der Art von Fremd- und Eigenkapital finanziert ist. Daraus ergibt sich, wie und in welcher Reihenfolge Kapital im Falle einer Insolvenz zurückgezahlt wird. Vorrangiges Fremdkapital etwa steht an der Spitze der Kapitalstruktur und wird zuerst zurückgezahlt, was es risikoärmer macht. Nachrangiges Fremdkapital hingegen steht nahe dem Ende der Kapitalstruktur, gerade über dem Eigenkapital, das zuletzt zurückgezahlt wird. Strategien mit geringerem Risiko erzielen in der Regel niedrigere Erträge als solche mit höherem Risiko.

Drei gängige Private-Credit-Strategien sind:

Direct Lending: Bietet vorrangige Fremdfinanzierung, oft in Form besicherter Kredite, für Unternehmen am Middle Market mit einem Unternehmenswert zwischen 100 Millionen und 2,5 Milliarden US-Dollar. Die Rendite hängt hauptsächlich vom laufenden Ertrag ab. In der Vergangenheit war Direct Lending die gängigste Strategie im Bereich Private Credit.

Opportunistic Credit: Schwerpunkt auf Fremdkapitalinvestitionen durch Unternehmensumstrukturierungen oder Marktverwerfungen. Die Erträge sind in der Regel höher als beim Direct Lending, aber niedriger als bei Special Situations und Distressed Investing.

Special Situations und Distressed Debt: Zielt auf Unternehmen in besonderer Lage ab – dazu gehören Firmen, die Anzeichen finanzieller Schieflage oder einer Krise aufweisen, ebenso wie gesunde, wachsende Unternehmen, die mit komplexer Rechtlage, zeitkritischem Kapitalbedarf oder anderen Faktoren konfrontiert sind, die eine konventionelle Finanzierung unmöglich machen. Diese Strategien können ein breiteres Spektrum an Instrumenten und Risikoprofilen umfassen. Die Rendite hängt in der Regel vom laufenden Ertrag, Kursgewinnen oder Eigenkapitalbeteiligungen ab.

Abbildung 1: Private-Credit-Strategien haben unterschiedliche Risiko-Ertrags-Profile

Diagramm, das steigende Renditen im Verhältnis zu Risiko und Illiquidität zeigt, mit drei diagonal ansteigenden Kategorien: Direct Lending (niedrigste Stufe), Opportunistic Credit (mittlere Stufe) sowie Special Situations und Distressed Debt (höchste Stufe). Es zeigt, dass höheres Risiko und höhere

Private Debt ist weniger liquide und komplexer als traditionelle Anlagen, was Investoren Probleme bereiten kann. Allerdings können „Prämien“ für Illiquidität und Komplexität (also der Ausgleich für diese höheren Risiken in Form höherer möglicher Erträge oder attraktiver Konditionen) bei der Portfoliokonstruktion helfen, um die Risiken traditionellerer Anlagen auszugleichen.

Warum in Private Credit investieren?

Private Credit kann eine attraktive Alternative zu traditionellen Festzinsanlagen sein. In der Vergangenheit waren die Risiken aufgrund des höheren Rangs in der Kapitalstruktur geringer als bei anderen alternativen Anlageklassen wie Private Equity.

Mögliche Vorteile von Private-Credit-Investitionen:

  1. Höheres Ertrags- und Renditepotenzial: In der Vergangenheit hat man mit Private Credit höhere Erträge und Gesamtrenditen erzielt als mit klassischen Loans und Hochzinsanlagen, wie die Grafik unten zeigt.
  2. Diversifikation durch mehr Anlagechancen: Da immer mehr Unternehmen später an die Börse gehen und Kapital benötigen, um zu wachsen, kann Private Credit Zugang zu Anlagemöglichkeiten bieten, die an öffentlichen Märkten nicht verfügbar sind. Durch unterschiedliche Ertrags- und Renditefaktoren können Investitionen in öffentliche und private Märkte helfen, Portfolios zu diversifizieren.
  3. Strukturelle Schutzmechanismen: Festzinsanlagen umfassen oft Gläubigerschutzklauseln (Covenants). Private Credit stützt sich üblicherweise auf eine größere Zahl an Covenants, und sie können flexibel (neu) ausgehandelt werden.
Balkendiagramm der annualisierten Renditen (30.09.2015 bis 31.12.2023), das Kredite mit 4,9 % und High Yield mit 5,6 % gegenüber Private Credit mit 8,9 % zeigt. Es verdeutlicht, dass Private Credit höhere Renditen als die anderen Anlageklassen erzielt hat.

Was sind die Risiken von Anlagen in Private Credit?

Zuletzt haben Anleger vor allem über nicht börsennotierte, registrierte Fonds in die Privatmärkte investiert, mit relativ niedrigen Mindestanlagesummen und unkomplizierter Berichterstattung. So konnten mehr Anleger über einfach umzusetzende Investments in die privaten Märkte einsteigen.

Anlagen in Private Credit bergen Markt-, Kredit- und operative Risiken. Privatkredite sind in der Regel weniger liquide als Anleihen und unter Umständen auch weniger transparent, da sie nicht den öffentlichen Berichts- und Regulierungsanforderungen unterliegen. Da sie nicht aktiv gehandelt werden, erwarten Anleger höhere Erträge als Ausgleich für weniger Liquidität und mehr Komplexität.

Private Credit bietet Anlegern eine differenzierte Möglichkeit, Erträge zu erzielen und ihr Portfolio zu diversifizieren, indem sie Unternehmen direkt – also außerhalb der öffentlichen Märkte – Kapital zur Verfügung stellen, oft mit stärkeren strukturellen Schutzmechanismen als bei traditionellen Krediten. Diese Anlagen sind zwar weniger liquide und komplexer, boten in der Vergangenheit aber auch höhere Renditen und attraktive risikoadjustierte Erträge. Für Anleger, die zu Kompromissen bereit sind, kann Private Credit neben traditionellen festverzinslichen Wertpapieren in einem diversifizierten Portfolio nützlich sein.