Monatsbilanz Oktober: Süßes für die Märkte

Lizge Yikmis
Lizge Yikmis
BlackRock Kapitalmarktstrategin

Monatsrückblick mit Lizge Yikmis in 90 Sekunden: Oktober 2019

Beitrag vom 4. November 2019

Der Oktober steht ganz im Zeichen des Gruselns. Überall begegnen einem in Vorbereitung auf Halloween furchteinflößende Hexen, Zombies und Vampire.

Doch schienen die Märkte im abgelaufenen Monat gegen diese Horrorfiguren immun gewesen zu sein. So kletterte der DAX auf ein Jahreshoch, der S&P 500 sprang gar auf ein neues Allzeithoch. Zeitgleich entwickelten sich auch die Aktien der Schwellenländer gut. Die Renditen von sicheren Staatsanleihen stiegen hingegen. Ein Blick in die Geschichtsbücher der Finanzmärkte offenbart, dass der Oktober Anleger nur selten in Schockstarre versetzten konnte. Ganz im Gegenteil: In der Vergangenheit entwickelten sich etwa deutsche Aktienmärkte im Oktober besser als in den restlichen elf Monaten. So endete der Oktober häufiger mit einem Kursanstieg, der zudem im Schnitt höher als in den anderen Monaten ausfiel. Der DAX erzielte durchschnittlich einen Kursanstieg von knapp 3,5%.

Hauptursächlich für die weitere Erholung der Märkte war die erhöhte Risikoneigung unter den Anlegern. Einem nachlassenden geopolitischen Risiko sei Dank. Die zwei Dauerthemen, der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie der Brexit schienen sich im vergangenen Monat allmählich zu entspannen. Das erfreute die Anleger, da die Wahrscheinlichkeiten eines heißen Handelskrieges oder eines harten Brexits zunehmend geringer wurden. Doch die gute Laune steht auf wackligen Beinen, denn bei beiden Themen könnte das Pendel rasch in die andere Richtung ausschlagen. Sollte der unberechenbare US-Präsident seine Meinung wieder einmal unerwartet ändern und seine zurzeit Annährung gegenüber den Chinesen ins Gegenteil kippen, würde er den Konflikt damit abermals auf eine neue Eskalationsstufe heben. Auch die Abwendung des harten Brexits zum 31. Oktober könnte sich als Pyrrhussieg erweisen, sollte das Ergebnis der Neuwahl im Dezember kein klares Ergebnis liefern und der Brexit-Prozess weiter in die Länge gezogen werden. Zeitgleich sitzt auf der anderen Seite des Bosporus ein taktisch agierender Präsident, dessen Taten, wie unter anderem die Invasion in Syrien, unabsehbare Folgen für die Märkte haben können. Unter dem Strich kann das geopolitische Risiko somit jederzeit erneut auflodern, da es dort draußen Politiker gibt, die ihren eigenen Machterhalt über das Wohl der Allgemeinheit stellen. Obwohl der Oktober also Süßes für die Märkte parat hielt, könnte sich das Süße schnell als Saures entpuppen.

Nach acht Jahren an der Spitze der EZB hat derweil Mario Draghi zum letzten Mal seine Kerze in der obersten Etage des EZB-Turms in den Halloween-Kürbis gestellt. Seine Nachfolge wird Christine Lagarde antreten. Sie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Kurs ihres Vorgängers fortsetzen, wenngleich schwere Aufgaben auf sie warten. Die Versöhnung eines hochgradig zerstrittenen EZB-Rats dürfte dabei die wohl drängendste sein. Mario Draghi selbst hat viel für den Euro geleistet, nicht nur für dessen Stabilität, sondern auch für das Überleben der Eurozone per se. Dabei musste er allerdings immer tiefer in die geldpolitische Trickkiste greifen. Den Verfall der Inflation konnte er dennoch nicht aufhalten. Zu mächtig waren die strukturellen Ursachen der geringen Preissteigerung wie beispielsweise die Megatrends Digitalisierung, Globalisierung und demographischer Wandel. Die Inflationsrate betrug seit seinem Amtsantritt im November 2011 im Schnitt 1,1%. Insofern verwundert es nicht, dass Draghi als der erste EZB-Chef in die Geschichte eingeht, der niemals in die Geschichte die Zinsen anhob. Womöglich bleibt er aber nicht der letzte.

 

 

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