Monatsbilanz Februar 2019:
Märkte beim Hanteltraining

Felix Herrmann
Felix Herrmann, CFA
BlackRock Kapitalmarktstratege

Blog-Beitrag vom 4. März 2019

In unserem Ausblick für das Jahr 2019 hatten wir Anlegern eine „Hantelstrategie“ ans Herz gelegt. Was wir damit meinten, war ein Fokus bei den Investitionsentscheidungen auf die beiden Enden des Risikospektrums.

Die Idee: im aktuellen Marktumfeld erscheint es einerseits sinnvoll zu sein, die Widerstandsfähigkeit breit diversifizierter Portfolios durch einen Fokus auf Aktiva mit geringerem Risiko, wie sichere Staatsanleihen, zu erhöhen. Andererseits sollten gezielt Risiken am riskanteren Ende des Risikospektrums eingegangen werden, um attraktive Rendite-Risiko-Profile, etwa im Bereich der Emerging-Markets-Aktien zu ernten. Man kann sich diese Strategie bildlich als eine Hantel mit Gewichten an den beiden Enden vorstellen.

Investoren, die seit Jahresbeginn auf eine solche Gesamtstrategie gesetzt haben, dürften aktuell mit einer gewissen Zufriedenheit auf ihr Portfolio schauen, denn seit Anfang Januar liegen beispielsweise sowohl Gold und deutsche Staatsanleihen - also risikoärmere Anlageklassen – als etwa auch riskanter eingestufte Schwellenländeraktien und Schwellenländeranleihen vorne. Man kann also durchaus behaupten, dass sich die Märkte in 2019 bislang fleißig beim Hanteltraining austoben.

Im Februar konnten die Aktienmärkte in den USA und Europa noch einmal mehr als drei Prozent zulegen. Zusammen mit dem starken Januar notieren globale Aktien seit Jahresanfang daher bereits mehr als zehn Prozent im Plus. Schaut man sich die Treiber der Rallye in diesem Jahr genauer an, stellt man fest, dass wir das Klettern der Kurse bislang einzig und allein dem Anstieg der Bewertungen zu verdanken haben. Der Rückgang der Gewinnerwartungen, der sich vor dem Hintergrund einer abschwächenden Konjunktur zustande kommt, wirkte hingegen bremsend, wurde aber eben überkompensiert. Interessanterweise ergibt sich somit in 2019 bis dato ein Spiegelbild des Jahres 2018, in dem die Unternehmergewinne stiegen und die Bewertungen fielen.

Ursächlich für die Korrektur bei den Bewertungen sind aus meiner Sicht zwei Dinge. Erstens sorgte die Annäherung zwischen China und den USA in den zurückliegenden Wochen für eine höhere Bereitschaft unter den Anlegern, sich den Aktienmärkten auch bei höheren Bewertungen zuzuwenden. Zweitens hat das Drücken der Pause-Taste seitens der US-Notenbank in der Tendenz niedrigere Zinsen und somit einen höheren Barwert zukünftiger Gewinne zur Folge, ergo höhere Aktienkurse. 

Möglich war der Anstieg der Bewertungen allerdings nur, weil die Mehrheit der Anleger ganz offensichtlich davon ausgeht, dass die Verlangsamung der konjunkturellen Dynamik und damit des Gewinnwachstums in naher Zukunft zu einem Ende kommt. Implizit, so scheint es, rechnet der Markt damit, dass alles schon nicht so schlimm wird in Sachen Wachstum. Ist diese Haltung zu sorglos? Nun, ich denke nicht, da die Rezessionswahrscheinlichkeit für 2019 und selbst für 2020 aus heutige Sicht recht moderat ist.

Dennoch bleibt eine gewisse Vorsicht die Mutter der Porzellankiste. Die Volatilität wird im weiteren Jahresverlauf sicher nicht so niedrig bleiben, wie sie aktuell ist. Gerade mit Blick auf den europäischen Kontinent bleibt eine erhöhte Alarmbereitschaft durchaus gerechtfertigt. Neben dem Brexit, der kurz vor dem Showdown steht, sorgt man sich seit Februar hier auf unserer Heimatscholle vor allem um höhere Autozölle seitens der US-Amerikaner. Das US-Handelsministerium sieht die nationale Sicherheit in den USA durch importierte Autos aus Europa gefährdet. Trump könnte höhere Zölle eigenständig beschließen. Täte er dies, könnte er Deutschland und Europa herben Schaden zufügen.

Trotz dieser dunklen Wolken über Europa ist es nach meinem Dafürhalten bemerkenswert, dass die jüngste Aktienmarktrallye, die genaugenommen nach Weihnachten begann, bislang mit Abflüssen aus Aktienfonds, die in Industrieländeraktien investieren, einhergegangen ist. Für mich spiegelt dies recht eindeutig eine gewisse Zurückhaltung wider nach dem Motto: Anleger trauen dem Braten nicht.

Der Kursanstieg seit Jahresbeginn hat uns alle aber wieder einmal daran erinnert, wie wichtig es ist, dauerhaft am Markt investiert zu sein und es auch zu bleiben. Es stellt sich vielmehr die Frage nach der richtigen Strategie zum richtigen Zeitpunkt. Wir bei BlackRock sind der Meinung, dass es sich bei der Hantelstrategie auch weiterhin um genau diese Strategie handelt.

 

 

MKTGH0319E-758340

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