Monatsbilanz Juni: Europäisches Überholmanöver

Beitrag vom 6. Juli 2020 - von Felix Herrmann, CFA

Mit dem Juni 2020 ging an den globalen Aktienmärkten das stärkste Quartal seit der Finanzkrise zu Ende. Um satte 19 Prozent kletterten die Kurse nach oben. US-amerikanische Aktien schnitten dabei – wie schon im ersten Quartal – signifikant besser ab als europäische (+21 Prozent gegenüber +16 Prozent).

Allerdings offenbart sich bei genauerer Betrachtung eine Wachablösung über den Verlauf des zweiten Quartals. Während europäische Aktien im April noch deutlich im Hintertreffen waren, lagen sie im Mai in Sachen Wertentwicklung schon gleichauf mit US-Aktien. Im Juni schnitten sie dann mit einem Plus von 4,6 Prozent sogar besser ab als US-Titel, die um 2,1 Prozent zulegten.

Dieses europäische Überholmanöver steht in engem Zusammenhang mit dem zuletzt sehr ungleichen Infektionsgeschehen auf beiden Kontinenten. In Europa kehrte das Leben in den letzten Wochen langsam, aber sicher zur Normalität zurück. Würden Menschen auf den Straßen Berlins, Zürichs oder Wien keine Masken tragen und keine Schilder mit der Aufforderung zum Abstandhalten in jeder Ladentür prangen, könnte man fast den Eindruck gewinnen, das Coronavirus sei ausgerottet. Dass dem keinesfalls so ist, zeigt die Entwicklung in gleich mehreren Bundesstaaten der Vereinigten Staaten. In Florida und Texas könnten gar neue Epizentren der Pandemie entstehen. Dort stiegen die Neuinfektionszahlen auf beängstigende neue Höchstwerte und weckten Erinnerungen an die Lage im Bundesstaat New York vor gar nicht allzu langer Zeit.

Durch die erfolgreichere Überwindung der ersten Welle der Pandemie steht Europa zur Jahresmitte auch wirtschaftlich besser da als weite Teile der USA. Spannt man den Bogen etwas weiter, ergibt sich aus globaler Perspektive Ende Juni ein ökonomisches Bild der zwei Geschwindigkeiten. Hier Europa und Asien, wo die Aktivität erstaunlich rasch zurückgeschnellt ist und mitunter sogar bereits Vorkrisenniveaus erreicht hat. Dort Nord- Mittel- und Südamerika, wo das Virus weiter seine Kreise zieht und Volkswirtschaften stark belastet.

Die Aussichten, früher dem Lockdown und dessen negativen Folgen zu entrinnen, sind ein zentraler Aspekt, der in der zweiten Jahreshälfte für europäische Risikoaktiva spricht. Hinzu kommt, dass in Europa weitere wirtschaftspolitische Impulse in der Planung sind, während in den USA eine gewisse Müdigkeit in Sachen Stimuluspolitik auszumachen ist. Insbesondere vom EU Recovery Fund, obwohl Ende Juni noch nicht ausverhandelt, ist zu Beginn des kommenden Jahres ein spürbarer zusätzlicher Rückenwind für Europas Wirtschaft zu erwarten.

Gerade für Investoren außerhalb Europas, die sich dem Kontinent zuletzt wieder stärker zugewandt haben, dürfte vor allem die Erkenntnis, dass die Krise nicht das Ende der Eurozone bedeutet – wie vor der Krise oft geunkt –, sondern Europa diese zum Anlass nimmt, dort wo es drauf ankommt, enger zusammenzurücken, von hoher Bedeutung sein. Gerade diese positive Überraschung ist es, die für europäische Aktien in der zweiten Jahreshälfte spricht. 

 

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