Monatsbilanz November: Deal or no deal?

Felix Herrmann
Felix Herrmann, CFA
BlackRock Kapitalmarktstratege

Beitrag vom 2. Dezember 2019

An den globalen Aktienmärkten wies der Weg des geringsten Widerstandes auch im November nach oben. Neue Jahreshochs allerorten waren in erster Linie das Ergebnis einer offenbar fortgeschrittenen Annäherung zwischen den USA und China bei ihrem mittlerweile 16 Monate alten und trotzdem immer-jungen Handelskonflikts.

Wenngleich China sicher auch nach Unterzeichnung eines „Phase One Deals“ der größte Kontrahent der USA sowohl im Bereich Handel als auch beim Thema nationale Sicherheit bleiben wird, hat die Vorfreude auf die Unterschriften von Xi und Trump unter einem Dokument die Laune bei den Anlegern abermals gehoben. Bis diese Unterschrift fehlt, gilt jedoch: Das Eis unter den Verhandlungen ist dünn.

Auch die Ansetzung von Neuwahlen Anfang Dezember in Großbritannien hat die Anleger erfreut. Hintergrund ist vor allem die deutliche Führung der Tories in den Umfragen, die auf eine Mehrheit der Sitze für die Konservativen im neuen Unterhaus hindeuten. Frei nach dem Motto „Lasst uns das Thema Brexit endlich abhaken und nach vorne blicken“ entspräche ein klarer Wahlsieg der Tories einem starken Mandat für Boris Johnson, auch seinen Deal mit EU endlich durchs Parlament zu boxen. Am 12. Dezember ist es soweit. Dann gehen die Briten zum vierten Mal innerhalb von fünf Jahren an die Urne. Derzeit spricht vieles für einen Ende des Dramas – vielleicht sogar noch vor Weihnachten.

Gleichzeitig war der November der Monat, der den Marktteilnehmern dahingehend die Augen öffnete, dass die US-Notenbank bis auf weiteres die Füße stillhalten wird und Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen somit aktuell vermessen sind. Zu stark ist schlicht und ergreifend das konjunkturelle Momentum in den USA. Die Anfang 2018 begonnene Wachstumsverlangsamung scheint tatsächlich beendet und obwohl unsicher ist, ob und in welchem Ausmaß sich das Wachstums in den USA beschleunigt, dürfte die Industrie im kommenden Jahr wohl wieder auf die Füße fallen. Das wiederum reduziert das vom Markt wahrgenommene Rezessionsrisiko.

Mit Blick nach vorne steht vor allem der US-Konsument im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nicht nur, weil er die US-Wahl entscheiden wird, sondern auch, weil sich die Frage stellt, inwieweit sich die konjunkturelle Verlangsamung der letzten Quartale zeitverzögert auf den US-Arbeitsmarkt auswirkt. Dieser ist erfahrungsgemäß ein nachlaufender Indikator. Je robuster sich die Beschäftigung in den nächsten Monaten erweist, desto stärker dürfte sich auch die US-Notenbank im Drücken der Pause-Taste bestätigt fühlen.

 

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