Monatsbilanz Januar 2019: FOMO?

Felix Herrmann
Felix Herrmann, CFA
BlackRock Kapitalmarktstratege

Blog-Beitrag vom 4. Februar 2019

Um fast 8 Prozent sind die globalen Aktienkurse (MSCI AC World Index) im Januar gestiegen. Ähnlich wie im vergangenen Jahr ging es also zu Jahresbeginn erst einmal kräftig nach oben. Unterschied bis dato: In 2019 blieb ein schmerzhafter Ausverkauf, der seinerzeit in 2018 auf den Anstieg in den ersten Wochen des Jahres folgte, aus.

Starke Unternehmenszahlen für das zurückliegende vierte Quartal 2018, insbesondere aus dem Technologiesektor in den USA, sowie ein Kurswechsel der US-Notenbank ließen die Laune unter den Anlegern im Januar dieses Jahres deutlich steigen. Gerade letzteres, nämlich die Ende Januar geäußerte Absicht der Fed in Washington nun in Sachen Zinsanhebungen erst erstmal auf die Pause-Taste zu drücken, beflügelte die Aktienmärkte.

Weitere Zinsanhebungen in den USA scheinen derzeit tatsächlich eher nicht angebracht zu sein – zu schwach entwickelten sich beispielsweise wichtige Frühindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes in den Staaten. Der ISM Manufacturing fiel gar um sage und schreibe fünf Punkte auf den niedrigsten Wert seit zwei Jahren. Da zudem die Inflation selbst in den USA, wo die Wirtschaft in den letzten Jahren ganz besonders brummte, nach wie vor eher moderat ist, kann sich Jerome Powell an der Spitze der Notenbank erlauben, erst einmal abzuwarten, wie es mit der US-Konjunktur in den nächsten Monaten weitergeht.

Und dennoch: Trotz des Rückenwinds seitens der Fed trauen viele Anleger dem Braten zu Jahresbeginn noch nicht so ganz. Angesichts einer schwächelnden Konjunktur oder aber eines weiter schwelenden Konflikts zwischen den USA und China, der uns gerade an der Technologiefront nach Jahre begleiten dürfte, erscheint eine gewisse Skepsis auch angebracht zu sein.

Trotzdem erinnert uns der Jahresstart 2019 daran, wie wichtig es ist, dauerhaft an den Märkten investiert zu sein – und zu bleiben. Angelsachsen beobachten in Phasen wie etwa dem Januar 2019 oft eine wachsende FOMO – „Fear Of Missing Out“ – also sinngemäß eine Sorge, positive Entwicklungen an den Märkten zu verpassen.

Diese Sorge könnte aktuell durchaus berechtigt sein, denn stellen wir uns folgendes, gar nicht mal so unwahrscheinliches Marktumfeld vor: Die USA und China kommen sich in Verhandlungen Stück für Stück näher, ein „Crash-Out“ der Briten aus der EU wird abgewendet, die Unternehmen rund um den Globus machen in 2019 im Durchschnitt spürbar mehr Gewinn als in 2018, globale Rezessionsgefahren bleiben aufgrund anziehender Stimuli unter anderem aus China vorerst gebannt, die großen Notenbanken (Fed, EZB) heben die Zinsen in diesem Jahr dennoch kaum oder gar nicht an und der Dollar verliert etwas an Wert, sodass den Schwellenländern mehr Luft zum Atmen bleibt!

Ich behaupte: Es müssen gar nicht mal all diese Dinge eintreffen, um in 2019 eine Verlängerung des Bullenmarktes der letzten Jahre zu erleben.

 

 

 

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