Schwellenländer im Fokus: Eine aktuelle Einordnung

Dr. Martin Lück
Dr. Martin Lück
Leiter Kapitalmarktstrategie EEGA

In Kürze:

  • Anlagen in den wachstumsstarken Schwellenländern schneiden dieses Jahr bislang sehr gut ab
  • Die überraschende Schwäche des US-Dollars unterstützt die positive Entwicklung
  • Unsere Gesamteinschätzung für das Jahr ist positiv, jedoch haben auch die Risiken zugenommen

BlackRock unterstützt Menschen rund um den Globus sowie die weltgrößten Institutionen und Regierungen bei der Erreichung ihrer finanziellen Ziele.
Wir bieten eine umfangreiche Palette an innovativen Lösungen, darunter Anlagefonds, Separately Managed Accounts (SMA), alternative Investments und iShares® ETFs. Wir arbeiten ausschließlich für unsere Kunden, die uns mit der Verwaltung von 6,84 Billionen USD* betraut haben und uns damit mehr Geld anvertrauen als allen anderen Investmentgesellschaften weltweit.

Mehr >
*Verwaltetes Vermögen zum 30. Juni 2019

Dass Schwellenlandaktien bisher in diesem Jahr am besten abgeschnitten haben, mag auf den ersten Blick kaum überraschen, wird doch in diesen Teilen der Welt inzwischen der größte Beitrag zum globalen Wachstum erwirtschaftet. Immer stärker ist der Welthandel in den letzten Jahren integriert worden, inzwischen macht er rund die Hälfte der globalen Wertschöpfung aus. Davon profitieren Schwellenländer am meisten, sei es als Produzenten industrieller Zwischen- und Endprodukte oder als Lieferanten von Rohstoffen.

Weitere Unterstützung erfuhr die relative Attraktivität von Schwellenlandanlagen durch die überraschende Schwäche des US-Dollar seit Jahresbeginn, was den Aktien der entsprechenden Unternehmen geholfen haben dürfte. Insofern ist die gegenwärtige Situation eines gleichzeitig starken Wachstums in Amerika, Europa und Asien, in Kombination mit einem moderat bewerteten US-Dollar, die beste aller Welten für die Schwellenländer. Anleger in diesen Ländern haben daher überdurchschnittliche Erträge erzielen können, und wir erwarten, dass dieses Bild bis auf weiteres intakt bleibt.

Aber die globale Gemengelage ist zuletzt fragiler geworden. So wissen wir, dass Schwellenländer vor allem dann bei Anlegern en vogue sind, wenn generell eine risikofreundliche Grundhaltung vorherrscht, und nach dem kräftigen Rücksetzer von Anfang Februar sind Anleger weltweit diesbezüglich wachsamer geworden. Die Stimmung könnte also kippen, sollten stärker als erwartet steigende US-Zinsen den Dollar innerhalb eines kurzen Zeitraums markant aufwerten und gleichzeitig Investoren risikoscheuer werden lassen.

Die Rolle der USA und der Schutzzölle

In diese wackliger gewordene Balance zwischen Chance und Risiko in Schwellenländern platzt einmal mehr die US-Innenpolitik. In der Tat halten wir die von US-Präsident Trump initiierte Debatte um Sinn und Unsinn von Handelskriegen einerseits für ein Ablenkungsmanöver von den immer bedrohlicher werdenden Russlandermittlungen, andererseits für ein Zeichen dafür, dass der Wahlkampf mit Blick auf den Kongresswahlen im November nun endgültig begonnen hat. Aber unabhängig davon, dass Trump wohl ernsthaft glaubt, er müsse die US-Industrie mit Zöllen vor unfairem Wettbewerb seitens der Europäer und Asiaten schützen, stellt diese Debatte einen zusätzlichen Risikofaktor für die Schwellenländer dar. Denn sollte sich der Welthandel infolge der Einführung von Zöllen drastisch abkühlen, dürften Unternehmen in Schwellenländern, die von genau diesem Handel überdurchschnittlich profitieren, die Hauptleidtragenden sein.

Indien auf dem Vormarsch

In einer derartigen Konstellation rücken Märkte in den Fokus, die weniger anfällig erscheinen, zum Beispiel Indien. Der Subkontinent mit seinen gut 1,3 Milliarden vorwiegend jungen Menschen hat sich still und leise zur – in US-Dollar gerechnet – achtgrößten Volkswirtschaft weltweit entwickelt und dürfte in diesem Jahr Großbritannien und Frankreich überholen (Bruttoinlandsprodukt, Trading Economics, Stand April 2018).

Indien’s Wirtschaft im weltweiten Vergleich

Quelle: Trading Economics, Stand April 2018

Die seit 2014 amtierende Regierung unter Narendra Modi hat erhebliche Erfolge erzielt im Bestreben, die Volkswirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen, Subventionen zu kürzen und die Korruption zu bekämpfen. Ende 2016 wurde durch Abschaffung der 500- und 1000-Rupien-Scheine ein mutiger Schlag gegen die Schattenwirtschaft geführt, die manche auf bis zu 70% des offiziellen BIP schätzen (BlackRock Investment Institute, April 2018), ohne dass dies – zumindest in den amtlichen Statistiken – im Folgejahr eine starke Abbremsung des Wachstums provoziert hätte. Die Volkswirtschaft legte nach ebendiesen Statistiken weiter mit einer Rate von rund 7% zu, der höchsten unter den großen Schwellenländern (OECD, Stand 2017). Die Gewinne gelisteter indischer Unternehmen für die nächsten 12 Monate werden gemäß Analystenschätzungen um 21% wachsen, deutlich stärker als im MSCI World (13%)  (Bloomberg, März 2018).

Was aber indische Aktien im Zusammenhang mit der oben beschriebenen Angst vor einem Handelskrieg besonders interessant macht, ist die geringere Korrelation der Volkswirtschaft mit dem globalen Wachstumszyklus, verglichen etwa mit China oder den großen Rohstoffexporteuren. Die entgegen dem allgemeinen Schwellenlandtrend schwache Performance indischer Aktien seit könnte sich demnach bald relativieren.

Natürlich schauen Anleger weiterhin mit Argusaugen auf den Dollarkurs. Erinnern wir uns: Im Frühjahr 2013, als der damalige Fed-Chairman Bernanke erstmals vom ‚Tapering‘ sprach und deutlich höhere US-Zinsen sowie das berühmte ‚Taper Tantrum‘ in den Schwellenländern die Folge waren, war Indien mit erheblichen Kapitalabflüssen und einer drastischen Abwertung der Rupie eines der am stärksten betroffenen Länder. Zwar sind Leistungsbilanz und staatlicher Haushalt heute in deutlich robusterem Zustand und schützen somit besser vor der Gefahr eines erneuten Ausbruchs von US-Zinsen und Dollar. Dennoch bleibt das, was an der US-Zinsfront passiert, von höchstem Interesse für Schwellenlandanleger allgemein und Investoren in Indien ganz besonders.

Unser Fazit für Schwellenland-Anlagen 2018

Unterm Strich bleiben wir bei unserer positiven Einschätzung von Schwellenlandanlagen, erkennen aber, dass die Risiken zugenommen haben. In diesem Zusammenhang erscheint es deshalb als ratsam, solche Schwellenlandanlagen stärker beizumischen, die eventuellen Verwerfungen im Welthandel, etwa durch protektionistische Maßnahmen seitens der Industrieländer, weniger stark ausgesetzt sind.

Das größte Angebot an Schwellenländer-ETFs branchenweit

Das Angebot an Schwellenländer-ETFs von iShares ist das umfangreichste am Markt (83 handelbare Schwellenland-ETFs, Stand April 2018). Anleger sollten beachten, dass Anlagen in Schwellenländern aufgrund von geopolitischen Unsicherheiten, Änderungen der regulatorischen Anforderungen und Währungsschwankungen üblicherweise höhere Risiken bergen als solche in Industrieländern.

Mit dem iShares Core MSCI EM IMI können Sie mit nur einem ETF günstig und breit in Schwellenland Aktien von über 2.600 Unternehmen in 24 Ländern anlegen.

Zum Angebot von iShares: 28 Aktien-ETFs aus Schwellenländern

Wenn Sie lieber breit in die ganze Welt anlegen möchten, können Sie das mit dem iShares Core MSCI World

Diese Werbemitteilung dient rein zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung und kein Angebot zum Kauf von Anteilen an Fonds der BlackRock Gruppe dar. Diese Mitteilung unterliegt nicht den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen. Das Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen gilt daher nicht.

Eine Finanzanlage ist typischerweise mit gewissen Risiken verbunden. Der Wert einer Anlage sowie das hieraus bezogene Einkommen können Schwankungen unterliegen und sind nicht garantiert. Es besteht die Möglichkeit, dass der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhält. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Eine mögliche Kaufentscheidung darf ausschließlich auf Basis der Informationen getroffen werden, die der aktuelle Verkaufsprospekt, die vereinfachten Prospekte und/oder wesentlichen Anlegerinformationen, der Jahres- und Halbjahresbericht zur Verfügung stellen. Die Dokumente in deutscher Sprache zu den einzelnen Fonds finden Sie unter den angegebenen Links und hier.