Martin Lück
Dr. Martin Lück
Leiter Kapitalmarktstrategie BlackRock

Man kennt das vom Fußball: gegen Ende enger Partien scheint es oft, als rechne keine Mannschaft mehr mit dem entscheidenden Tor, als warte man auf den Schlusspfiff, einerseits aus Risikoscheu, andererseits mit der zuversichtlichen Erwartung, in der Verlängerung das Spiel zu entscheiden. Ein ähnliches Gefühl mag viele mit Blick auf die Brexit-Verhandlungen beschleichen. Eine für morgen angesetzte Abstimmung im Unterhaus über Teile des EU-Austrittsvertrages wurde mangels Aussicht auf Erfolg vertagt. Angeblich will Theresa May nun bis zum 12. März, dann aber wirklich und ganz bestimmt, über den umstrittenen Deal abstimmen lassen. Gleichzeitig melden erste Agenturen, die EU sei offenbar zu einer Verschiebung des Austrittsdatums um zwei Jahre bereit und warte nur auf eine entsprechende Bitte aus London. Und in Großbritannien selbst scheinen die Fronten zu bröckeln. Sowohl Mays regierende Tories als auch die oppositionelle Labour-Partei von Jeremy Corbyn haben bereits Abgeordnete verloren, und sämtliche Abgänge erfolgten aus Protest gegen die als unverantwortlich wahrgenommenen Positionen der respektiven Parteivorsitzenden. Gut möglich, dass sich kurz vor Toreschluss doch noch ein parteiübergreifendes Bündnis der Vernünftigen findet und den Brexit stoppt.

Während das scheinbar orientierungslose Zurasen der Briten auf den 29. März die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit aus unserer Sicht eher mindert, schafft Donald Trump gleich mit einer Terminverlegung Fakten. Über Twitter, wo auch sonst, verkündete der US-Präsident, dass das am Freitag (1. März) auslaufende Ultimatum im Zollkonflikt mit China verlängert werde und damit nicht, wie von vielen befürchtet, die Erhöhung der Importzölle von 10 % auf 25% unmittelbar bevorsteht. Offenbar haben Trumps Leute und die von Vizepremier Liu He geführte chinesische Delegation so weitgehende Fortschritte erzielt, dass die Unterzeichnung eines Handelsabkommens in greifbare Nähe gerückt ist. Dies wäre für beide Seiten hilfreich. Für die chinesische Regierung, weil es die erwünschte Konjunkturbelebung unterstützen würde, aber auch für Donald Trump, weil er bei erfolgreichem Abschluss der Gespräche einmal mehr die Gelegenheit hätte, sich seiner Wählerbasis als ‚best dealmaker ever‘ zu präsentieren.

Natürlich ist Trump nicht nur der beste Dealmaker, sondern auch der beste Friedensmacher. Schließlich trifft er sich morgen bereits zum zweiten Mal mit dem nordkoreanischen Diktator, das hat vor ihm noch kein US-Präsident geschafft. Und sollte es jemand für grotesk halten, dass Japans Premierminister Shinzo Abe den US-Präsidenten auf dessen inständiges Bitten allen Ernstes für den Friedensnobelpreis nominiert hat, dann sei daran erinnert, dass jede noch so absurde Politposse immer noch besser ist als eine veritable Kriegsbedrohung. Insofern soll Trump ruhig weiter nach dem Friedenspreis streben. Obama hatte schließlich auch einen.

Was bedeutet das für Anleger?

Derweil ist auffällig, dass seit Jahresbeginn die Kurse von Risikoanlagen zugelegt haben, also solche, die üblicherweise steigen, wenn Anleger risikobereiter werden. Beispiele hierfür sind etwa Schwellenlandaktien oder auch bisher gemiedene Unternehmensanleihen. Gleichzeitig sind aber auch die Notierungen von Anlagen gestiegen, die typischerweise der Risikovermeidung dienen, wie etwa Gold oder Bundesanleihen. Wenn sowohl eher riskante als auch risikoarme Anlageformen im Parallelflug teurer werden, spricht dies für eine sogenannte Barbell-Positionierung vieler Investoren. Wie bei einer Hantel (Barbell ist das englische Wort für Hantel) finden sich die die Gewichte an den Enden, wobei die Hantelstange sozusagen das Risikospektrum darstellt. Beim BlackRock Investment Institute weisen wir seit geraumer Zeit darauf hin, dass in unsicheren Zeiten wie diesen (verändertes Zinsumfeld, Konjunktursorgen, geopolitische Unsicherheiten) die Barbell-Positionierung einer Aufteilung über das gesamte Risikospektrum vorzuziehen ist. Der Markt scheint diese Einschätzung im bisherigen Verlauf des Jahres auf eindrucksvolle Weise zu bestätigen.


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