Martin Lück
Dr. Martin Lück
Leiter Kapitalmarktstrategie BlackRock

Rings um den Globus stehen die Aktienpreise im Plus. Nach dem miserablen Dezember ist Erleichterung spürbar. Offenbar war eine Mehrheit der Investoren am Ende des vergangenen Jahres so negativ geworden, dass viele jetzt eine Korrektur für gerechtfertigt halten. Daher die Energie, welche die bisherige Jahresperformance von New York bis Frankfurt, von Hongkong bis Zürich, um 6-7% nach vorn getrieben hat. Andererseits bleiben auch die Anleiherenditen verdächtig niedrig, möglicherweise Anzeichen dafür, dass viele Anleger doch noch an den Seitenlinien stehen und auf überzeugendere Belege dafür warten, dass der Risikoausverkauf des Jahresendes 2018 wirklich vorbei ist. Die zehnjährige Bundesanleihe bei 0,15% ist ebenso ein Signal für ausgeprägte Risk-Off-Positionierung wie die 2,75% für ihre US-amerikanischen Pendants.

Mehr Aufschluss bezüglich der Robustheit von Wachstum und Gewinnen versprechen sich Anleger von den Makro-Frühindikatoren, die in derartigen Zeiten naturgemäß besondere Beachtung erfahren, sowie der laufenden Berichtssaison der Unternehmensgewinne. Während es bei letzterer noch zu früh ist für eine belastbare Einschätzung – die europäischen Unternehmen steigen erst in dieser Woche ernsthaft in die Vorlage ihrer Geschäftsergebnisse für das letzte Quartal 2018 ein – sind die volkswirtschaftlichen Indikatoren zuletzt deutlich schwächer ausgefallen. Letzte Woche rutschen die europäischen Einkaufsmanagerindizes gleich um mehrere Punkte ab, wobei die Schwäche sich auf den Industriebereich konzentrierte. Die Dienstleistungsindizes sahen durch die Bank besser aus, was den Eindruck der jüngsten BIP-Zahlen und anderer Indikatoren bestätigt. Die Wachstumsverlangsamung rührt nämlich vor allem von einer Schwächung des globalen Umfeldes her (Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und China, Folgen des Brexit etc.), während die eher binnenwirtschaftlich orientierten Bereiche der westlichen Volkswirtschaften besser abgeschirmt erscheinen. Bestätigt wurde dieses Bild von dem immer noch stark beachteten Ifo-Index, der seit kurzem ein Gesamtbild von rund 9.000 Unternehmen unter Einbezug der Services-Branchen abgibt. Auch hier schwächelte vor allem die Industrie. Zudem zeigte sich ein bemerkenswerter Unterschied zwischen der Beurteilung der gegenwärtigen Lage, welche von den Unternehmen immer noch relativ positiv eingeschätzt wird, und den zunehmend skeptisch beäugten Aussichten für die nächsten sechs Monate. Während ersterer Ifo-Teilindex nur um einen Punkt nachgab, rutschte die als Frühindikator wichtigere Erwartungskomponente um drei Stellen ab. Es war gleichzeitig der fünfte Rückgang dieser Kennziffer in Folge. In normalen Konjunkturzyklen gelten schon drei aufeinander folgende Rückgänge als Abschwungsignal. Nur gut, dass wir uns nicht in einem normalen Konjunkturzyklus befinden.

Was bedeutet das für Anleger?

Es ist also die Wachstumsunsicherheit, welche viele Investoren Vorsicht walten lässt. Nach wie vor ist die Frage nicht beantwortet, ob die gegenwärtige Erholung von Risikoanlagen eine angemessene Korrektur des übermäßigen Pessimismus‘ im Dezember darstellt oder das, was Marktteilnehmer gern als ‚Dead Cat Bounce‘ bezeichnen. In dieser Gemengelage trägt die Politik wenig dazu bei, der positiven, ersteren Interpretation zuzuneigen. Im Brexit-geplagten Großbritannien tut das krampfartige Dahinsiechen der Regierung May schon vom Zuschauen weh. In den USA dürfte die provisorische Beendung des Government Shutdown, der die Volkswirtschaft bis dato geschätzt 0,1 Prozentpunkte Wachstum pro Woche gekostet hatte, genau dies bleiben: provisorisch. Und die Tatsache, dass die chinesische Regierung wieder einmal das Füllhorn der Infrastrukturinvestitionen in die Hand nimmt, sorgt nicht gerade für Beruhigung, gilt doch nervöser Aktionismus der kommunistischen Partei als sicherster Konjunkturindikator in einer Volkswirtschaft, in der glaubhafte Statistiken nach wie vor schwer zu finden sind.

Solange also auch die politische Seite wenig Unterstützung bietet, fokussieren sich Anleger auf das, was einigermaßen fassbar erscheint: Zinsen und Gewinne. Die EZB hat letzte Woche relativ deutlich signalisiert, dass eine Anhebung des Einlagesatzes noch in diesem Jahr eher unwahrscheinlich ist. Und morgen dürfte auch die US-Fed den Zinsmärkten Recht geben, die einen weiteren Zinsschritt bis zur Jahresmitte zurzeit nur mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 25% einpreisen. Während also die Angst vor zu stark steigenden Zinsen wenig neue Nahrung erhält, rückt der Gewinnausblick der Unternehmen in den Mittelpunkt. Bleiben über den weiteren Verlauf der Berichtssaison die Firmenchefs zuversichtlich, dürften auch die Erholung der Aktienpreise und das Umfeld niedriger Volatilität in den nächsten Wochen anhalten.

 

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