Felix Herrmann
Felix Herrmann, CFA
BlackRock Kapitalmarktstratege

Theresa May gelang es in den vergangenen Wochen eine Einigkeit innerhalb des Vereinigten Königreiches herzustellen – Einigkeit allerdings darüber, dass man sich nicht einig ist. Denn das von ihr ausgehandelte Austrittsabkommen hat ein ohnehin schon tief gespaltenes Land noch weiter entzweit, wobei sich die Gründe für die Ablehnung des Abkommens je nach politischer Couleur stark unterscheiden. Die Labour-Partei fürchtet, der Deal führe zu einer zu starken Entkopplung UKs vom Rest der EU. Die Brexit-Hardliner sorgen sich hingegen, dass es mit der Unabhängigkeit von der EU mit diesem Deal nicht allzu weit her ist.

Nachdem die EU den Deal am vergangenen Sonntag durchgewunken hat und die britische Regierungschefin ein Misstrauensvotum in ihrer Partei bis dato abwenden konnte, steht nun der Showdown im britischen Parlament bevor. Anfang Dezember wird die Abstimmung erfolgen – Ausgang absolut ungewiss. Aus heutiger Sicht erscheint eine Zustimmung des Parlaments jedoch eher unwahrscheinlich zu sein. Dementsprechend müssen wir uns mit der Frage beschäftigen: Was dann? Während – wie an dieser Stelle in der vergangenen Woche bereits thematisiert – die Extremszenarien eines „No-Deal-Brexits“ einerseits und das eines zweiten Referendums andererseits wahrscheinlicher geworden sind, erscheint uns ein „Durchmogeln des Deals“ über den Umweg womöglich weiterer Abstimmungen im Parlament das plausibelste Szenario zu sein. Die dann im kommenden Jahr beginnende Übergangsphase dürfte hingegen eher bis Ende 2022 andauern – diese Möglichkeit lässt das Abkommen zu.

Uneinig sind sich auch weiterhin die USA und China in punkto Handel. In dieser Woche kommt es nun am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires zu einem offiziell inoffiziellen Dinner mit Trump und Xi, bei dem sich die beiden Herrschaften ins Gesicht sagen können, was sie von Handelspraktiken des jeweils anderen halten. Klar ist, dass es beiden mittlerweile vor allem um eines dreht: Die Vorherrschaft bei den Technologien von morgen und somit geht es quasi auch um „Make America Great Again“ gegen“ Make China Even Greater“. Der Handelskrieg ist also eigentlich ein „Technologie-Krieg“. Da beide Seiten langfristige Strategien verfolgen, die kaum miteinander kompatibel sind, erscheint eine Deeskalation am Rande des Gipfels in Argentinien kaum möglich. Neben ein paar freundlichen Handshake-Bildern zwischen Xi und Trump, wäre das beste Ergebnis des Treffens womöglich, dass es zumindest zu keinen weiteren US-Zöllen auf chinesische Importe kommt.

Für Europa lautet die gute Nachricht, dass Trump sich vor allem auf die Auseinandersetzung mit den Chinesen konzentriert. Dieser Fokus wird beispielsweise darin deutlich, dass die Trump-Juncker-Absprache einen Zusatz enthält, der unfaire Handelspraktiken Chinas adressiert. Auch das neue NAFTA-Abkommen besagt, dass falls eines der drei Partnerländer ein Abkommen mit China eingeht, sich die anderen beiden Parteien aus dem neuen NAFTA-Abkommen zurückziehen und ihrerseits ein bilaterales Abkommen schließen dürfen.

Dennoch stellen mögliche US-Zölle auf Importe aus Europa weiterhin eine Bedrohung dar. Ganz besonders für die Wirtschaft in Deutschland. Denn obwohl die US-Regierung die Entscheidung über die Einführung von Zöllen auf Autoimporte aus Europa erst einmal auf die lange Bank geschoben hat, hängt allein die Möglichkeit, dass Trump es sich jederzeit anders überlegen könnte, wie ein Damoklesschwert über der für Deutschland so wichtigen Industrie.

 

Was bedeutet das für Anleger?

Die Technologiebranchen in den USA und China könnten sich zukünftig stärker getrennt voneinander entwickeln. Der Handelskrieg trennt bereits jetzt wichtige Lieferketten, sodass sich die USA stärker in Richtung Mexiko und China in Richtung Südostasien umschauen. Wir glauben, dass es für Anleger sinnvoll sein könnte, sowohl den US- als auch den chinesischen Tech-Sektor in einem breit diversifizierten Portfolio in Erwägung zu ziehen.

Die allgemeine Schwäche des Technologiesektors rund um den Globus ist besonders schmerzhaft für viele Anleger, da dies der stärkste Sektor der letzten Jahre gewesen ist. Tatsächlich dürfte der Tech-Sektor jedoch auch im Jahr 2019 in beiden Regionen für einen großen Teil des Gewinnwachstums verantwortlich sein, sodass nach unserem Dafürhalten trotz einer womöglich bevorstehenden Sektorrotation hinein in defensive Aktien bzw. Qualitätsaktien der Tech-Sektor attraktiv bleibt. Unserer Meinung nach dürften die aktuellen Einstiegsniveaus insbesondere für langfristige Anleger sehr interessant sein.

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