Diversifikation: Welche Alternativen Anlagen man kombinieren sollte

Bei alternativen Anlagen handelt es sich um eine breite Anlagekategorie. Ihre Auswahl und Kombination sind nicht einfach. Vermögensverwalter und die Spezialisten von BlackRock geben darüber Auskunft, was bei der Kombination alternativer Anlagen zu beachten ist und warum es wichtig ist, die ausgewählten Fonds zu verstehen, um eine gute Diversifikation zu erreichen.

Zwar gibt es kein Patentrezept für die Investition in Alternative Anlagen. Es ist jedoch hilfreich, einige Regeln zu beachten.

Aufgrund des immensen Produktangebots stehen Alternative Anlagen einer breiteren Gruppe von Anlegern zur Verfügung als viele traditionelle Anlageklassen. Während Alternative Anlagen unter anderem aufgrund ihrer Struktur mit gewissen Risiken einhergehen, über die sich Anleger bewusst sein müssen, bieten sie erfahrenen Managern die Möglichkeit, die Risiko-Rendite-Eigenschaften eines Portfolios erheblich zu verbessern.

Ein entscheidender Aspekt bei der Nutzung alternativer Anlagen besteht nach Ansicht von Branchenexperten darin, ihre Rolle im Portfolio genau zu definieren. Im letzten Jahr sammelte das Portfolio Analysis and Solutions (BPAS)-Team von BlackRock die Daten von 600 Portfolios von Anlegern in der EMEA-Region. Dieser umfangreiche Datenbestand liess mehrere Trends erkennen, insbesondere, dass Anleger häufig über Alternative Anlagen verfügen, die keine ausreichende Diversifikation bieten.

Um ein diversifiziertes Portfolio zu erhalten, sei es wichtig, eine Vielzahl unterschiedlicher Strategien zu kombinieren, die verschiedene Alternative Anlagen beinhalten würden, sagt William Dinning, Chief Investment Officer von Waverton Investment Management.

Bei Waverton kombinieren die Manager Absolute-Return-Fonds mit Sachwerten. Das Ziel besteht darin, die Volatilität zu reduzieren und gleichzeitig in Anlagen zu investieren, die Zugang zu anderen Risikoprämien bieten als Aktien oder Unternehmensobligationen[1].

Während einige Manager Absolute-Return-Fonds aufgrund ihrer schwachen Ergebnisse in den letzten Jahren negativ gegenüberstehen, sind andere Manager der Ansicht, dass sie nach wie vor einen erheblichen strategischen Mehrwert bieten können. «Ich glaube nicht, dass die Manager dieser Fonds plötzlich inkompetent sind», so William Dinning. «Es liegt meines Erachtens eher an einer Veränderung der Marktdynamik.»

Diversifizierte Beziehungen

Dinning und sein Team haben die Beziehung zwischen dem Aktienmarkt und den Märkten für Staatsobligationen genau im Blick. Von 2007 bis 2013 war die Korrelation stets negativ, wobei insbesondere der Markt für britische Gilts Schwankungen an den Aktienmärkten ausglich. Seit 2013 sei die Korrelation zwischen Aktien und Staatsobligationen sehr instabil, so William Dinning weiter.

«Es gab viele Phasen, in denen die Korrelation positiv war. Das macht es äusserst schwierig, einen Fonds zu managen, dessen Strategie darin besteht, in unkorrelierte Anlagen zu investieren und so eine absolute Rendite zu erzielen.»

Es werde wohl nicht für alle Märkte gelten, doch in Grossbritannien sei es für Anleger mit dem britischen Pfund als Basiswährung schwieriger geworden, eine gute Diversifikation mit einem traditionellen 60/40-Portfolio zu erhalten, sagt er. «Deshalb kann eine Absolute-Return-Strategie sinnvoll sein, vor allem wenn sie so umgesetzt wird, dass sie eine echte Diversifikation bietet und die Korrelationen der Anlagen im Gesamtportfolio verringert werden.»

Die Identifikation geeigneter Absolute-Return-Fonds wird dadurch erschwert, dass die guten Ergebnisse einiger dieser Fonds durch die Erhöhung des Markt-Betas erzielt wurden. Dies kann zu einer guten Performance führen, hat aber keinen Diversifikationseffekt.

«Für viele Manager war es sehr verlockend, auf die Dynamik an den Aktienmärkten zu setzen, da damit hohe Kursgewinne erzielt werden konnten. Dabei muss man allerdings darauf achten, nicht unwissentlich aktives Beta zu kaufen», erläutert Tom Davies, Investmentmanager bei Quartet Investment Managers.

«Für viele Manager war es sehr verlockend, auf die Dynamik an den Aktienmärkten zu setzen, da damit hohe Kursgewinne erzielt werden konnten. Dabei muss man allerdings darauf achten, nicht unwissentlich aktives Beta zu kaufen.»

Tom Davies, Investmentmanager bei Quartet Investment Managers

Halten Sie es einfach

Ein entscheidender Aspekt bei der Auswahl der richtigen alternativen Anlagen besteht aus Sicht erfahrener Manager darin, die Risikofaktoren des jeweiligen Fonds vollständig zu verstehen, um sicher sein zu können, dass er das gewünschte Ergebnis zuverlässig erreicht[2].

«Zu verstehen, was man kauft und mittels Stresstests zu prüfen, ob ein Manager in bestimmten Phasen dynamisch agiert oder kein Markt-Beta aufweist, genau daran arbeiten wir mit den Anlegern», sagt Kelli Byrnes, Beraterin im Portfolio Analysis and Solutions Team von BlackRock.

Dabei sei es wichtig, Alternative Anlagen zu vermeiden, die zu undurchsichtig oder zu komplex seien, erklärt Shane Balkham, Chief Investment Officer von Beaufort Investment. «Wir schätzen Multi-Strategy-Fonds, die Derivate einsetzen, um unterschiedliche Exposures in verschiedenen Märkten zu erreichen. Dabei bevorzugen wir einfachere Lösungen. Die goldene Regel lautet: Nur wenn wir es zu einem gewissen Grad verstehen, setzen wir es ein. Wenn wir etwas nicht verstehen, lassen wir die Finger davon.»

Es sei auch wichtig, Strategien zu wählen, die in verschiedenen Marktumfeldern getestet worden seien, fügt er hinzu. «Das ist derzeit schwierig, da sich das Marktumfeld in den letzten zehn Jahren kaum verändert hat. Dies erschwert es, Strategien mit aussagekräftiger Erfolgsbilanz zu finden.»

1: Durch seine Anlagestrategie bewegt sich ein «Absolute Return»-Fonds unter Umständen nicht im Einklang mit der Marktentwicklung oder profitiert nicht in vollem Umfang von einem positiven Marktumfeld. Ein Fonds/Eine Strategie sollte, absolut gesehen, nicht als risikoarm betrachtet werden und ist möglicherweise nicht für vorsichtige Anleger geeignet.

2: BlackRock hat die Eignung dieser Anlage für Ihre persönlichen Anforderungen und Risikotoleranz nicht geprüft.

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