FÜR QUALIFIZIERTE ANLEGER

Alternative Investments:
Infrastruktur als Portfoliobaustein

30-Jan-2018
By BlackRock

Strassen, Flughäfen, Stromleitungen und Glasfasernetze – Infrastruktur ist für jede Volkswirtschaft essenziell. Investments sind nicht nur über Aktien von Infrastrukturbetreibern möglich, sondern auch über Private Infrastruktur Eigen- und Fremdkapital Investitionen.

Der Bedarf an Infrastrukturinvestitionen weltweit ist immens: Einer Studie von McKinsey zufolge müssten jährlich weltweit knapp drei Billionen Euro für Infrastruktur aufgewendet werden, um mit dem erwarteten Wirtschaftswachstum bis 2030 Schritt halten zu können.1 Angesichts vielerorts leerer öffentlicher Kassen setzen politisch Verantwortliche zunehmend auf institutionelle Investoren. Diese suchen aufgrund niedriger Zinsen ohnehin händeringend nach neuen Anlagemöglichkeiten.

Private Infrastrukturinvestitionen bieten attraktive laufende Erträge aus langlebigen Sachwerten mit Inflationsschutz und einer geringen Korrelation mit den Aktienmärkten. Sie gehören zur Gruppe der Alternative Investments, zu denen in der Regel auch Hedgefonds, Private Equity, Immobilien und Rohstoffe gezählt werden. Infrastrukturanlagen sind wie Immobilien den Realwerten zuzuordnen und gleichzeitig bilden sie eine sehr heterogene Anlageklasse: Diese lässt sich in die Bereiche Strom, Energie, Transport (z.B. Strassen und Schienenverkehr), Kommunikation (z.B. Glasfaserkabel, Funktürme) sowie soziale und sonstige Infrastruktur (Krankenhäuser, Schulen, Abfallentsorgung) einteilen. Auch nach Projektstand kann unterschieden werden: Bei «Greenfield-Investitionen» handelt es sich um Investitionen in Neuprojekte, bei «Brownfield-Investitionen» um solche in operative Infrastrukturobjekte.

Für Investoren bieten sich mehrere Möglichkeiten: Am einfachsten ist der Zugang über Aktien börsennotierter Betreibergesellschaften («Listed Infrastructure») – etwa Flughafen-, Seehafen-, Mautstrassen- oder Stromtrassenbetreiber – oder offene Investmentfonds mit solchen Aktien bzw. ETFs/Indexfonds, die globale Infrastrukturindizes abbilden. Sie folgen allerdings weitgehend der allgemeinen Aktienmarktentwicklung und der Konjunktur, bieten somit nur eingeschränkt Diversifikationspotenzial. Im Bereich der Privaten Infrastruktur Eigen- und Fremdkapital Investitionen, ergeben sich zwei Möglichkeiten: (i) Direktbeteiligung und (ii) Mischfonds bzw. Dachfonds sowie Mandatslösungen.

Eine Direktbeteiligung an Infrastrukturanlagen ist aufgrund der Komplexität und der Höhe des Mitteleinsatzes nur wenigen institutionellen Investoren vorbehalten – so zum Beispiel: grossen Versicherungen. Bei den Fonds stehen den Anlegen grundsätzlich eine grössere Auswahl von breit diversifizierten Fonds bis zu regional- und/oder Sektor fokussierten Fonds zur Verfügung. Des Weiteren haben Investoren auch die Möglichkeit über einen Dachfonds zu investieren. Diese bieten Anlegern oftmals einen kostengünstigen Zugang zu einem weltweit diversifizierten Portfolio von Infrastrukturanlagen. Bei den Mandaten handelt es sich um Portfoliolösungen, die auf die Kundenbedürfnisse angepasst und entsprechend umgesetzt werden.

Um die passende Investitionen zu finden, sollten Investoren zunächst die Zielsetzung einer möglichen Infrastrukturinvestition definieren – was für eine Rendite möchte ich erzielen, welcher Anteil soll die laufende Barrendite ausmachen und welches Risiko bin ich gewillt einzugehen? Darüber hinaus spielt die Grösse der avisierten Allokation eine Rolle, sowie die Zusammensetzung des bereits bestehenden Portfolios.

Insofern Investoren einen Fokus auf laufende Barrenditen verfolgen, bietet sich eine Investition in Infrastruktur-Kredite an. Diese Anlageklasse hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Ihre Vorteile: Die Cashflows stammen aus realen Anlagen, sie sind in der Regel prognostizierbar und konjunkturunabhängig. Investitionen erfolgen oft unter Beteiligung von Versorgern oder der öffentlichen Hand, sie profitieren häufig von natürlichen oder regulierten Monopolen und sind so Marktrisiken weniger ausgesetzt.

Doch Infrastruktur-Kredite bergen auch Risiken. Das macht die genaue Prüfung (die sogenannte Due Diligence) jedes einzelnen Projekts enorm wichtig. Ein grosser Aufwand an Zeit und Ressourcen ist nötig, um die Chancen und Risiken zu beleuchten und zu verstehen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist dabei der Zugang zu attraktiven Neuemissionen, die nicht über ein Bieterverfahren platziert werden. Anleger sollten daher darauf achten, dass das Investmentteam über ein nötiges Netzwerk verfügt, global präsent ist und somit einen Zugang zu proprietären Investitionen hat.

Übrigens fragen sich derzeit viele Investoren, ob es angesichts der steigenden Zahl von global tätigen Playern im Markt überhaupt noch ausreichend attraktive Anlagemöglichkeiten gibt. Die Infrastrukturexperten von BlackRock sehen durchaus noch Chancen, nur sei es schwieriger geworden, diese zu finden – ein weiteres Argument für ein erfahrenes Team mit detaillierten Kenntnissen zum Markt.

 

1 McKinsey, 15.06.2016.