FÜR QUALIFIZIERTE ANLEGER

Alternative Renditetreiber

16-Jan-2018
By BlackRock

Private Equity-Investments bieten die Chance auf eine Zusatzrendite. Immer beliebter werden Co-Investments.

Unter dem Begriff Private Equity, frei übersetzt ausserbörsliches Eigenkapital, werden alle Formen der Eigenkapitalbeteiligung an privaten, nicht börsennotierten Unternehmen zusammengefasst. Zielobjekte sind Erfolg versprechende Unternehmen, Unternehmen in schwieriger Lage, die umstrukturiert werden, oder auch junge Unternehmen mit Finanzierungsbedarf. Private Equity-Investments haben das Potenzial, eine langfristig über dem Aktienmarkt liegende Rendite zu erwirtschaften. Zudem bieten sich aufgrund der niedrigen Korrelation zu kotierten Anlagen Diversifikationseffekte im Kundenportfolio.

Private Equity gehört zur Kategorie Alternative Investments, zu der ausserdem noch Hedgefonds, Immobilien, Infrastrukturanlagen und Rohstoffe gezählt werden. Investiert werden kann in Private Equity in der Regel über eine Direktanlage, über Private Equity-Fonds und Private Equity-Dachfonds.

Private Equity-Fonds und -Dachfonds haben gegenüber Einzelinvestments den Vorteil der Diversifikation bzw. Risikostreuung über eine grosse Bandbreite von Branchen, Standorten und Entwicklungsphasen hinweg. Es handelt sich in der Regel um geschlossene Fonds mit Laufzeiten von 10 bis 12 Jahren. Die Gebühren setzen sich aus einer Managementgebühr und einer Gewinnbeteiligung («Carried Interest») zusammen.

Die Fonds können unterschiedliche Schwerpunkte haben, etwa Buyouts oder Venture Capital. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich Co-Investmentfonds. Co-Investments sind Direktinvestitionen in privat gehaltene Unternehmen unter der Leitung eines Private Equity-Sponsors. Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt 465 Co-Investmentfonds mit einem Gesamt-Volumen von 85 Mrd. US-Dollar aufgelegt.1 Co-Investments versprechen einen Zusatzertrag gegenüber herkömmlichen Private Equity-Fonds. Die Managementgebühren sind deutlich niedriger als bei direkten Beteiligungsfonds, ebenso die Erfolgsprämien. Nicht zuletzt bieten Co-Investments die Chance, das einzusetzende Kapital schneller investieren zu können und ausserdem den sogenannten «J-Curve Effect» zu verringern, der die in der Regel anfangs negativen und später stark steigenden Erträge von Private Equity-Investments beschreibt.

Wichtig ist: Private Equity-Investoren verpflichten sich mit ihrer Zeichnung bis zum Ende der Laufzeit des entsprechenden Produktes. Ein Verkauf ist nur über den Sekundärmarkt möglich, dabei müssen oft Abschläge in Kauf genommen werden. Alternative Investments zeichnen sich meist durch eine geringe Korrelation zu konventionellen Anlageklassen wie Aktien oder Obligationen aus. Hingegen hängen Private Equity-Investments – wie Aktien – in ihrer Entwicklung vom gesamtwirtschaftlichen Umfeld, der Branchenentwicklung und konkreten unternehmensspezifischen Faktoren ab.

Wer sich für Private Equity-Anlagen interessiert, sollte ausserdem beachten, dass die Transparenz aufgrund des privaten Charakters der Anlage im Vergleich zu kotierten Anlagen geringer ist und die Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Kapitalmarktanlagen höher sind. Zielgruppe für ein Private Equitiy-Exposure sind vor allem institutionelle Investoren und sehr wohlhabende Privatpersonen mit einem längerfristigen Anlagehorizont, welche die Strategie gut verstehen und sich der Risiken bewusst sind.

Wer das im Auge behält, kann mit Private Equity für einen echten Mehrwert im Portfolio sorgen. Im heutigen Marktumfeld sieht BlackRock derzeit Chancen etwa bei der Zusammenlegung von Unternehmen, bei innovativen Firmen im Gesundheitswesen, bei disruptiven Technologien, im E-Commerce und bei Spin-offs von Unternehmen.

 

1 Preqin, Statistik für historisches Private Equity Fundraising (Kategorie «Co-Investment und Co-Investment Multi-Manager»), Stand: August 2017.