FÜR QUALIFIZIERTE ANLEGER

Wie sich ETFs und Indexfonds ergänzen

21-Nov-2017
By BlackRock

Wann macht ein ETF im Portfolio mehr Sinn und wann ein Indexfonds? Welche Unterschiede bringen die beiden Vehikel mit sich?

Der Siegeszug der passiven Anlageprodukte geht weiter – auch in der Schweiz. Vor allem Aktien-ETFs wurden in diesem Jahr stark nachgefragt. Doch auch Anleihen-ETFs und die nicht börsengehandelten Indexfonds weisen ein gesundes Wachstum auf. Besonderes Interesse zeigten Investoren an Aktien und Anleihen aus Schwellenländern, spezielleren ETFs und Indexfonds zu bestimmten Themen wie «alternde Gesellschaft» oder «Robotertechnik» sowie an alternativen Indexkonzepten.

Mit der steigenden Nachfrage nach ETFs und Indexfonds sind auch die kritischen Stimmen lauter geworden, die vor Gefahren durch immer mehr passive Produkte warnen. BlackRock geht davon aus, dass bis 2019 das in ETFs verwaltete Vermögen weltweit auf 6 Billionen US-Dollar steigen wird. Das ist eine enorme Summe, relativ zu den 20 Billionen US-Dollar in klassischen Investmentfonds und 140 Billionen US-Dollar an Direktanlagen in Aktien- und Anleihen ist es allerdings wenig. Eine «totale Passivierung» der Kapitalmärkte, wie sie häufig befürchtet wird, ist somit nicht in Sicht. Vielmehr führt die generelle Zunahme von Kapital in Kollektivanlagen zu einer ausgewogeneren Balance zwischen aktiven und passiven Bausteinen.

Passive Anlageprodukte stehen eigentlich für Einfachheit. Dennoch muss vor der Entscheidung für ein Produkt einiges abgeklärt werden, vor allem ob ein börsengehandelter ETF oder ein Indexfonds die bessere Lösung ist. Berücksichtigt werden sollten für die Entscheidung Total Expense Ratio (TER), Handelskosten, Stempelsteuer, bevorzugte Replikationsmethode und gewünschte Liquidität, aber auch die geplante Haltedauer und das Domizil des Endanlegers.

Sowohl ETFs als auch Indexfonds bilden einen Index ab. Während ETFs (Exchange Traded Funds) an der Börse gehandelt werden, sind Indexfonds im Schweizer Sprachgebrauch ungelistete klassische Fonds, die man bei einem Asset Manager kauft oder an diesen wiederverkauft. Beide haben Vor- und Nachteile: Indexfonds werden beim Handel mit einer geringeren Stempelsteuer belastet als ETFs, zum Teil ist auch die TER geringer. Für Schweizer Investoren fällt die Stempelsteuer sogar komplett weg, wenn diese in einen Indexfonds investieren, der in der Schweiz domiziliert ist. Abgesehen davon wird der Index bei Indexfonds immer physisch repliziert, während bei ETFs sowohl die physische als auch die synthetische Replikation grundsätzlich möglich ist. ETFs sind günstiger in der Beschaffung an der Börse. Zudem werden sie den ganzen Tag gehandelt, können also auch untertägig ge- und verkauft werden.

Für Schweizer Investoren heisst das: Indexfonds eignen sich eher für Langfristanlagen in entwickelten, sehr effizienten Märkten. ETFs sind hingegen die bessere Wahl in Anlageklassen, die in der Beschaffung «teuer» sind, konkret also Schwellenländer-, Small Cap- oder High Yield-Anlagen. Eine Ausnahme sind allerdings US-Aktien: Obwohl es sich um einen entwickelten Markt handelt, schneiden hier ETFs besser ab. Grund dafür sind geringere Quellensteuern auf Einzeltiteldividenden. Die Vor- und Nachteile müssen individuell abgewogen werden, oft ist die Kombination von ETFs und Indexfonds die beste Lösung.

In Zukunft werden darüber hinaus sämtliche ETFs und Indexfonds aus dem Hause BlackRock unter dem Namen iShares laufen. Im Subfondsnamen ist dann zu erkennen, ob es sich um einen ETF oder einen Indexfonds handelt. Geplant sind für die Zukunft zudem weitere Indexfonds mit Domizil in der Schweiz. Im ETF-Bereich wird es mehr thematische ETFs und Nachhaltigkeitsprodukte geben, ausserdem mehr währungsgesicherte Varianten. Ein Ende des Siegeszugs passiver Anlagevehikel ist nicht abzusehen – weder bei ETFs noch bei Indexfonds.