FÜR QUALIFIZIERTE ANLEGER

Die etwas andere Beimischung

26-Sep-2017
By BlackRock

Hedgefonds, Private Equity, Immobilien – all das fällt in die Kategorie Alternative Investments. Diese bieten tatsächlich eine Alternative zu herkömmlichen Anlageklassen.

Aktien und Anleihen sind die Klassiker unter den Geldanlagen. Doch die einen sind schon weit gelaufen, für die anderen gibt es im aktuellen Zinsumfeld kaum noch Rendite. Einen Ausweg bieten Alternative Investments. Das sind nicht-traditionelle Anlageklassen jenseits von Aktien und Anleihen. Oder man investiert und Aktien und Anleihen, wendet dazu aber komplexe, nicht-traditionelle Strategien an. Neben möglicherweise attraktiveren Renditen versprechen Alternative Investments vor allem eine niedrige Korrelation zu herkömmlichen Anlageklassen. Zu den Alternative Investments werden in der Regel Hedgefonds, Private Equity, Immobilien, Infrastrukturanlagen und Rohstoffe gezählt.

Hedgefonds unterscheiden sich von herkömmlichen Investmentfonds durch differenziertere Anlagestrategien. Häufig verfolgen sie marktneutrale Strategien, mit denen von steigenden und fallenden Preisen profitiert werden kann. So wird zum Beispiel mittels sogenannter Relative Value-Strategien versucht, Preisunterschiede zwischen verwandten Kapitalanlagen auszunutzen. Im Rahmen von Long-/Short-Strategien werden Wertpapiere gekauft, die man für unterbewertet hält, und solche verkauft, die man für überbewertet hält. Realisiert wird ein Verkauf in der Regel über den Verkauf von Futures. Man geht damit die Verpflichtung ein, ein Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft zu einem festgesetzten Preis zu verkaufen. Die Gegenpartei ist zum Kauf zu diesem Preis verpflichtet. Sinkt der Kurs des Wertpapiers bis dahin erwartungsgemäß unter den vereinbarten Preis, macht man mit der Short-Strategie Gewinn.

Eine nicht marktneutrale Strategie ist Global Macro: Hier setzen Investoren auf bestimmte makroökonomische Entwicklungen, etwa die Ölpreisentwicklung. Event-Driven ist eine weitere häufig eingesetzte Hedgefondsstrategie. Hierbei wir auf das Eintreten von „Ereignissen“ gesetzt, die in der Regel erwartbare Kursauswirkungen haben. So gehen viele Experten davon aus, dass im Umfeld einer Übernahme von Unternehmen die Kurs des übernommenen Unternehmens vorübergehend anziehen, während die des übernehmenden eher nachgeben, weil es die Kosten der Finanzierung der Übernahme zu tragen hat.

Unterschieden wird bei Hedgefonds außerdem zwischen fundamentalem und quantitativem Ansatz: Während beim ersteren die Investitionsentscheidung auf fundamentalen Daten von Unternehmen oder Volkswirtschaften basiert, kommen beim zweiten ausschließlich Computermodelle zum Einsatz.

Bei Private Equity-Anlagen handelt es sich um Investitionen in – nicht börsengehandeltes – Eigenkapital eines Unternehmens. Gesetzt wird auf zukunftsfähige Unternehmen, die in der Regel umstrukturiert werden, um so eine über dem Marktdurchschnitt liegende Rendite zu erzielen. Typisch für Private Equity-Transaktionen ist ein hoher Fremdkapitalanteil bei der Finanzierung, der Kapitaldienst wird aus Erträgen des Unternehmens oder aus dem Unternehmensverkauf bzw. dem Verkauf von Unternehmensteilen bestritten.

Anlagen in Immobilien können über Direktinvestment und Aktien oder auch spezialisierte Immobilienfonds erfolgen, die wiederum in Immobilien oder in Immobilienaktien, häufig auch REITs, investieren. Bei Infrastruktur-Anlagen unterscheidet man Investitionen in die Transport- und Verkehrsinfrastruktur, etwa Mautstraßen, Energie- und Wasserversorgung, die Kommunikationsinfrastruktur und die soziale Infrastruktur wie Krankenhäuser. Möglich sind auch hier Direktinvestitionen oder die Investition über Aktien von Infrastrukturanbietern.

Unter den Rohstoff-Investments ist die Edelmetall-, meist Goldanlage, am beliebtesten. Doch Investoren können auch in Industriemetalle anlegen, ebenso in Energieträger oder Agrarrohstoffe. Neben einer Direktanlage, die in einigen Fällen allein von der Lagerhaltung schwierig ist, bieten sich hier ETCs an, also börsengehandelte Exchange Traded Commodities.

Alternative Investments haben viele Vorteile, aber auch Nachteile. Problematisch sind zum Beispiel die in vielen Fällen geringere Liquidität, ebenso die häufig geringere Transparenz, die oft komplexe Performance- und Risikomessung und auch die möglicherweise höheren Kosten. Anleger sollten die verfolgten Strategien verstehen und sich der Risiken bewusst sein. Wer das im Auge behält, kann mit Alternative Investments für einen echten Mehrwert in seinen Portfolios sorgen. Private Anleger haben heute verstärkt die Möglichkeit, mit Hilfe von Investmentfonds und auch ETFs die Vorzüge Alternativer Investments in ihr Portfolio zu holen. Dann setzen Experten die teils aufwendigen Strategien um – bei denen sind sie in guten Händen.